Die Auswahl des Konsortiums müsse bis Ende Mai abgeschlossen sein, damit dann überhaupt noch Zeit genug für das umfangreiche Due-Diligence-Prozedere bleibt. "Unter fünf Monaten ist da nichts zu machen", sagte ein Beteiligter. Denn Finanzvorstand Diethelm Sack müsse nicht nur eine handwerklich saubere Vorbereitung des Börsenganges hinlegen, sondern zugleich auch potenzielle Investoren überzeugen. In Road-Shows wird die Bahn ab Spätsommer für das neue Papier werben. Der Konzern hatte in der langjährigen Privatisierungsdiskussion immer wieder erklärt, mit der Aktie sollten vor allem institutionelle Anleger aus dem In- und Ausland angesprochen werden. Ein kleiner Teil werde auch für private Platzierungen, möglicherweise ein weiterer für Belegschaftsaktien zur Verfügung stehen.
Die Aktie wird voraussichtlich nur in Frankfurt notiert. Die Vorvermarktung der Aktien ist für Anfang Oktober geplant. Der Start der Preisbildung für die Aktien der Bahn, das sogenannte Bookbuilding, ist für Mitte Oktober angesetzt.
Wie hoch die Einnahmen aus dem Börsengang sein werden, ist eine große Unbekannte. Fachleute halten rund fünf Milliarden Euro für realistisch. Bei einer von der Politik angestrebten Drittelung der Börseneinnahmen für den Finanz- und den Verkehrsminister sowie die Bahn selbst könnte der Bund seine Mittel außer in Lärmschutz und Bahnhofssanierung auch in den Infrastrukturausbau zur Beseitigung von Kapazitätsengpässen stecken.
Die Privatanleger dürften in der Emission keine überragende Rolle spielen. Beobachter rechnen mit einer "realistischen Zuteilung" von nur rund zehn Prozent, da Volksaktien nach den Diskussionen um den Preisverfall der Deutschen Telekom nach deren dritter Emission sicherlich bremsend wirkten. Über die geplante Mitarbeiterbeteiligung an der Emission könnte ein weiterer Prozentpunkt bei Privatanleger landen, heißt es.

