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HANDELSBLATT, Mittwoch, 16. Januar 2008, 17:27 Uhr
Im zweiten Anlauf

SAP-Rivale Oracle sichert sich BEA Systems

Der SAP -Konkurrent Oracle setzt seine aggressive Einkaufstour fort. Der SAP -Rivale greift sich den amerikanischen Softwarespezialisten BEA Systems. Dem Konzern gelang es erst im zweiten Anlauf sich den Konkurrenten einzuverleiben - für den Oracle jetzt mehr hinblättert als ursprünglich geplant.


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Oracle ist der schärfste Wettbewerber des deutschen SAP -Konzerns, des Weltmarktführers bei Unternehmenssoftware. Foto: ap
Bild vergrößernOracle ist der schärfste Wettbewerber des deutschen SAP -Konzerns, des Weltmarktführers bei Unternehmenssoftware. Foto: ap

HB NEW YORK. Nach monatelangem Ringen übernimmt der SAP -Rivale Oracle für 8,5 Mrd. Dollar (5,8 Mrd Euro) seinen Konkurrenten BEA Systems. Der US-Softwarekonzern stockte sein Angebot noch einmal auf und überzeugte damit letztlich das Management von BEA, wie beide Konzerne am Mittwoch mitteilten. BEA-Aktien reagierten an der New Yorker Börse mit einem kräftigen Kursanstieg und legten zum Handelsauftakt gut 18 Prozent zu. Die Oracle -Papiere gaben indes fast zwei Prozent nach.

Die BEA-Führung stimmte der Übernahme einstimmig zu. Mitte des Jahres soll die Transaktion abgeschlossen werden. BEA soll ab dem ersten vollen Jahr nach der Übernahme zum Gewinn bei Oracle beitragen, sagte Finanzchefin Safra Catz.

Den Angaben zufolge zahlt Oracle pro BEA-Aktie 19,375 Dollar in bar. Am Dienstag war das Papier mit 15,58 Dollar aus dem Handel gegangen - daran gemessen zahlt Oracle einen Aufschlag von knapp 25 Prozent. Im vergangenen Oktober hatte das Angebot noch bei 17 Dollar gelegen, was 6,7 Mrd. Dollar entsprach. Das BEA-Management hatte demgegenüber lange Zeit einen Preis von mindestens 21 Dollar gefordert, weshalb Oracle sein Angebot zunächst zurückgezogen hatte.

Der SAP -Konzern hatte wiederholt bekundet, kein Interesse an BEA zu haben. Die Walldorfer und Oracle bieten sich seit langem einen erbitterten Konkurrenzkampf. Branchenexperten haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die von BEA vertriebene Software Oracle im Wettrennen mit SAP helfen könne. Oracle war zunächst mit Datenbank-Software groß geworden, macht SAP mittlerweile aber im Segment der Firmen-Software zu schaffen.


Bildergalerie Bildergalerie: Kampf der Giganten: SAP vs. Oracle


Die Übernahme gehört zu den größten in Oracles Geschichte. In den vergangenen Jahren kaufte der kämpferische Konzernchef Larry Ellison mehr als 30 Unternehmen und gab dafür ohne die jüngste Übernahme rund 25 Mrd. Dollar aus. Auch SAP gab inzwischen die jahrelang propagierte Zurückhaltung bei Zukäufen auf und übernimmt derzeit die französische Firma Business Objects für rund 4,8 Mrd. Euro.

Bei Datenbanksoftware ist Oracle Marktführer vor dem US-Rivalen IBM. Bei Anwendersoftware für Geschäftskunden ist der Konzern die Nummer zwei hinter SAP.

BEA mit Sitz in San Jose (Kalifornien) und gut 4 000 Beschäftigten ist als eines der letzten großen unabhängigen Softwarehäuser auf sogenannte Middleware spezialisiert. Die Programme steuern die Kommunikation verschiedener Anwendungen untereinander und mit großen Rechnersystemen.


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