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HANDELSBLATT, Mittwoch, 23. Januar 2008, 08:26 Uhr
Zahlen nicht hervorragend genug

Apple enttäuscht die Über-Optimisten


Aktienkurse fahren weltweit Achterbahn und die US-Notenbank zieht mit einer Diskontsenkung um 0,75 Prozent die Notbremse. Vor diesem Hintergrund hofften viele Anleger, dass Apple mit überragenden Ergebnissen nach Börsenschluss am Dienstag die Talfahrt der Hightech-Aktien aufhalten und die Börse insgesamt stabilisieren würde. Ihr Über-Optimismus wurde enttäuscht.


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Apple-Chef Steve Jobs erfüllt trotz guter Zahlen nicht die hohen Erwartungen der Analysten. Foto: dpa
Bild vergrößernApple-Chef Steve Jobs erfüllt trotz guter Zahlen nicht die hohen Erwartungen der Analysten. Foto: dpa

SAN FRANCISCO. Apples Zahlen zeigten sich zwar als hervorragend, aber für die herrschende miese Stimmung dann doch nicht hervorragend genug. Dass Apple die eigenen Erwartungen und die Prognosen der Wall Street-Analysten im Schnitt um ein Viertel übertrifft, ist mittlerweile Routine.

Entsprechend gab es für das im Dezember abgelaufene erste Quartal von Apples Geschäftsjahr 2008 neben den offiziellen Prognosen wiederum deutlich höhere Flüsterzahlen. Apple setzte mit einer Voraussage von 9,2 Mrd. Dollar Erlösen und 1,42 Dollar Reingewinn pro Anteil die Latte bewusst niedrig. Analysten rechneten laut Thomson Financial dagegen im Schnitt bereits mit knapp 9,5 Mrd. Dollar Umsatz und 1,62 Dollar Reingewinn pro Anteil und Optimisten hofften heimlich, dass das weltweite Weihnachtsgeschäft mit iPods, iPhones und der neuesten Version von Apples Computer-Betriebssystem OS X mit mindestens 9,6 Mrd. Dollar Umsatz und 1,85 Dollar Reingewinn pro Aktie zu Buche schlagen würde.

Tatsächlich erreichte der Konzern 9,6 Mrd. Dollar Erlöse, blieb aber mit 1,58 Mrd. Dollar oder 1,76 Dollar pro Aktie etwas hinter den kühnsten Erwartungen zurück. In der gleichen Zeit des Vorjahres erwirtschaftete Apple 7,1 Mrd. Dollar Umsatz und 1,14 Dollar Reingewinn pro Anteil. Die Rohgewinnmarge wuchs gegenüber dem Vorjahr von 31,2 auf 34,7 Prozent.

Mit dem Absatz von gut 2,3 Mill. Macintosh-Computern, einer Zunahme um 44 Prozent, lag Apple über den Erwartungen, enttäuschte indessen mit ihrem Musikspeicher iPod. Apple lieferte im Quartal 22,1 Mill. iPods aus, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent. Analysten hatten mit 25 bis 26 Mill. Einheiten gerechnet. Von dem im Juni eingeführten Smarthandy iPhone lieferte Apple im Quartal gut 2,3 Mill. Stück aus. Apple -Finanzchef Peter Oppenheimer rechnet für das laufende, saisonal schwächere Quartal mit 6,8 Mrd. Dollar Umsatz und 94 Cents pro Aktie Reingewinn. Das lag unter den Erwartungen der Analysten von 7 Mrd. Dollar Umsatz und 1,09 Dollar pro Aktie Reingewinn.

Apples Aktienkurs, der seit dem Hoch von knapp 200 Dollar Ende Dezember im allgemeinen Börsenabwind rund ein Fünftel verlor, rutschte nach Verlusten am Dienstag im nachbörslichen Handel weiter kräftig ab.


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