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HANDELSBLATT, Dienstag, 19. Februar 2008, 20:40 Uhr
Blu-ray gegen HD-DVD

Das Ende einer Marke

Von Finn Mayer-Kuckuk

Es kann nur einen geben: Die Auseinandersetzung um das Nachfolgeformat der DVD ist endgültig entschieden. Der japanische Elektrokonzern Toshiba teilte am Dienstag mit, er wolle sich zurückziehen.


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Toshiba gibt sich geschlagen und will keine Geräte mehr im HD-DVD Format produzieren. Foto: dpa
Bild vergrößernToshiba gibt sich geschlagen und will keine Geräte mehr im HD-DVD Format produzieren. Foto: dpa

TOKIO. Der Streit über den DVD-Nachfolger zieht sich bereits seit drei Jahren hin. Dabei geht es um das Format, in dem hochauflösende Filme (HD) gespeichert und abgespielt werden. Toshiba entwickelte dafür den HD-DVD Standard. Sony konkurrierte mit dem System Blue-ray. In den vergangenen Monaten schlugen sich die meisten der großen Filmstudios in den USA auf die Seite von Sony (siehe Grafik). Da die Inhalte am Ende über den Erfolg des Formats entscheiden, deutete sich damit schon der Sieg von Sony an.

Toshiba zog daraus nun die Konsequenzen und kündigte an, keine weiteren Geräte im HD-DVD-Format mehr entwickeln und bauen zu wollen. Konkret bedeutet der Entschluss: In Videotheken, Elektroläden und an der Kasse der Supermärkte finden sich als Nachfolger der DVD bald ausschließlich Spielfilme im Sony-Format Blu-ray.


Sony
Chart: Sony
Analystenmeinung

Weitere Kursdaten:

Toshiba Corp
Singulus
SONY CORP.
Chart: SONY CORP.
Analystenmeinung

Weitere Kursdaten:

TOSHIBA CORP.

Tabelle  Infografik: Es kann nur einen geben.


Offiziell verkauft Toshiba weiter HD-DVD-Spieler, gibt jedoch vorerst die Strategie auf, das Format weltweit durchsetzen zu wollen. Gegen das fest entschlossene Sony-Lager hat das Aufzeichnungsverfahren damit praktisch keine Chance mehr.

Toshiba steht damit vor den Trümmern eines Projekts, das Milliarden gekostet hat und von einer großen Marketingkampagne begleitet war. Sony dagegen kann sich über Marktvorteile und sprudelnde Einnahmen freuen. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2011 knapp zwei Mrd. Blue-ray-Disks verkauft - nach 142 Mill. im vergangenen Jahr. Dazu kommen entsprechende Abspielgeräte und Spielekonsolen - ein zweistelliger Milliardenmarkt.

Neben Sony wird auch ein deutsches Unternehmen von der Entscheidung kräftig profitieren. Singulus baut die Maschinen, mit denen die Blue-ray-Disks hergestellt werden. Bislang hielten die Singulus-Kunden sich aber mit der Bestellung von Maschinen zurück, denn sie fürchteten, im Formatstreit auf das falsche Pferd zu setzen. Nun hofft Singulus auf einen Auftragsschub: "Unsere Erwartungen sind deutlich positiver", sagte ein Sprecher. Analysten der WestLB zufolge hat Singulus bereits angedeutet, im kommenden Jahr 35 Anlagen absetzen zu können, nach 15 im laufenden Jahr. Die Aktie von Singulus legte gestern in der Spitze um neun Prozent zu.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Sieg des Managements.


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