Google hat wenige Stunden nach der Zustimmung der EU-Kommission die 3,1 Mrd. Dollar (2,02 Mrd. Euro) teure Übernahme des Online-Werbevermarkters Doubleclick abgeschlossen. Die EU-Kommission hatte die Übernahme von Doubleclick durch Google am Dienstag fast ein Jahr nach Bekanntgabe des Geschäfts gebilligt.
HB SAN FRANCISCO. Dies dürfte auch den Druck auf die Konkurrenten Microsoft
und Yahoo
erhöhen, ihre Beziehungen zu klären, um sich wieder auf den Wettbewerb im Internet konzentrieren zu können. Microsoft
hat ein Übernahmeangebot für Yahoo
vorgelegt, das aber von dem Unternehmen zurückgewiesen wurde.
Die EU-Kommission hatte die Übernahme von Doubleclick durch Google
am Dienstag fast ein Jahr nach Bekanntgabe des Geschäfts gebilligt. Damit werde der Markt für Online-Werbung nicht beeinträchtigt, befanden die europäischen Kartellwächter in Brüssel. Für die Wettbewerber Microsoft,
Yahoo
und AOL gebe es genügend glaubwürdige Alternativen, um Werbung auf Webseiten zu platzieren. Die US-Kartellbehörden hatten dem Geschäft bereits im Dezember zugestimmt.
Das Management von Google
sieht sich nach der Übernahme aber auch vor großen Herausforderungen, vor allem angesichts der schwächelnden US-Wirtschaft. Google
-Chef
Eric Schmidt räumte bereits ein, dass es nach der größten Übernahme in der neuneinhalbjährigen Geschichte des Unternehmens erstmals zu Entlassungen kommen könnte. Diese würden vor allem die USA betreffen, möglicherweise aber auch Vertretungen in anderen Ländern. DoubleClick beschäftigt in Frankreich, England, Deutschland, Irland, Spanien und Australien rund 1 500 Mitarbeiter. Google
hat derzeit fast 17 000 Beschäftigte, nach 1 600 vor vier Jahren.

