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14.04.2008 
Spekulationen um von Pierer

Neuer Verdacht bei Siemens

von Axel Höpner

Im Schmiergeldskandal bei Siemens gerät die alte Konzernführung immer stärker unter Druck. Mit Chef der Sparte Energieverteilung, Uriel Sharef, rückte am Wochenende ein weiterer ehemaliger Vorstand ins Visier der Ermittler. „Es gibt Verdachtsmomente gegen ihn“, erfuhr das Handelsblatt aus Justizkreisen. Die Staatsanwaltschaft untersuche dubiose Vorgänge in der früheren Konzernsparte Energieverteilung. Zugleich gibt es neue Spekulationen um den ehemaligen Vorstands- und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer.

 Uriel J. Sharef Foto: Siemens Lupe

Uriel J. Sharef Foto: Siemens

MÜNCHEN. Bei Siemens sind 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwunden und vermutlich größtenteils im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden. Bisher stand vor allem der Kommunikationsbereich Com im Mittelpunkt. Die Münchener Staatsanwälte ermittelten vor allem gegen die früheren Vorstände Thomas Ganswindt (Com) und Heinz-Joachim Neubürger (Finanzen). Mit Sharef steht nun der nächste prominente Manager unter Verdacht.

Oberstaatsanwalt Anton Winkler wollte die Informationen wegen laufender Ermittlungen nicht bestätigen. In Konzernkreisen werden die Erkenntnisse ernst genommen. „So langsam kommen wir weiter“, hieß es bei Siemens.

Ein Konzernsprecher ergänzte, dass der Konzern Ende April einen Zwischenbericht zur Korruptionsaffäre vorlegen werde. Offen ist dabei, ob weitere Führungskräfte belastet werden. Der Konzern hatte die Entlastung von Teilen des Vorstands auf der Hauptversammlung verschoben, weil es Hinweise auf die Verstrickung von Vorständen in die Affäre gab.


Tabelle  Infografik: Schwarze Kassen.


In die Affäre verwickelte Vorstände müssen damit rechnen, dass der Konzern Schadensersatzforderungen gegen sie erhebt. „Nach meiner Einschätzung waren frühere Vorstände entweder aktiv initiativ am Korruptionsskandal beteiligt, oder sie haben die Sache übersehen“, hatte Andreas Pohlmann, Chief Compliance Officer bei Siemens, bereits in der vergangenen Woche gesagt (» „Siemens-Manager greift Ex-Vorstände an“).

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch die Rolle Heinrich von Pierers wird weiter kontrovers diskutiert

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