Die TV-Sendergruppe Pro Sieben
Sat 1 ist zu Jahresbeginn überraschend in die roten Zahlen gerutscht. Konzernchef Guillaume de Posch machte dafür die Einführung des neuen Werbezeiten-Verkaufsmodells sowie die Quotenschwäche von Sat 1 verantwortlich. Die Probleme schickten die Aktie auf Talfahrt und haben bereits ein Opfer gefordert.
Eine Satellitenempfangsanlage von Pro Sieben in Berlin-Mitte. Ein neues Vermarktungsmodell für Werbezeiten macht der TV-Sendergruppe zu schaffen. Foto: dpa
ax/HB MÜNCHEN. Die Papiere büßten am Freitag mehr als ein Viertel ihres Börsenwertes ein und kosteten zeitweise weniger als 10 Euro. Damit haben sie seit Anfang Juli rund zwei Drittel verloren.
Analysten wie Iris Schäfer von der Landesbank Baden-Württemberg erklärten den Kursrutsch mit dem offenbar viel schwächeren Werbemarkt. Pro Sieben
Sat 1 hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, unter anderem wegen Problemen mit dem neuen Vermarktungsmodell für Werbezeiten ein schwachen Jahresstart gehabt zu haben.
"Bislang kommunizierte das Unternehmen, dass es keine Probleme mit dem Vermarktungsmodell gebe", kritisierte Branchenexpertin Schäfer. Auch Sat 1 mache dem Konzern weiter zu schaffen. "Als Fazit kann nunmehr nur der Schluss gezogen werden: Baustellen in allen Bereichen."
Die geringeren Einnahmen nach der erzwungenen Umstellung beim Werbeverkauf forderten bereits Opfer: Der für den Verkauf und das Marketing zuständige Vorstand Peter Christmann wird den Konzern Ende Juni verlassen. Seine Aufgaben übernimmt zunächst Firmenchef de Posch.
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