In Deutschland entsteht ein neuer drittgrößter Mobilfunk-Anbieter mit rund 19 Millionen Kunden. Der Aufsichtsrat des Telekommunikations-Dienstleisters Freenet
gab am Sonntagabend grünes Licht für die Übernahme des größeren Konkurrenten Debitel. United Internet
gibt seine Pläne zur Übernahme von Freenet
deshalb vorerst auf.
HB HAMBURG/STUTTGART. "Die Zustimmung von Freenet
-Vorstand und-Aufsichtsrat zur Debitel-Übernahme beendet unsere Bereitschaft, ein Übernahmeangebot zu unterbreiten", sagte ein Sprecher von United Internet
am Montag.
Es sei damit zu rechnen, dass die Freenet
-Aktionäre vor der Hauptversammlung alle rechtlichen Schritte gegen die Transaktion prüfen ließen. Dabei gehe es auch um Ansprüche gegen die Entscheidungsorgane bei Freenet
. Er sprach von einer "skandalösen Entscheidung gegen den Mehrheitswillen der Aktionäre".
Die Stuttgarter Debitel-Gruppe soll inklusive Schulden für insgesamt 1,63 Mrd. Euro vom Finanzinvestor Permira erworben werden, wie Freenet
nach einer Aufsichtsratssitzung in Hamburg mitteilte. Permira soll im Gegenzug eine Beteiligung von 25 Prozent an Freenet
erhalten und wird damit größter Einzelaktionär vor United Internet
und Drillisch
, die ihrerseits eine Übernahme von Freenet
geplant hatten. Die Kartellbehörden müssen dem Kauf von Debitel noch zustimmen.
Das neue Unternehmen wäre die neue Nummer drei im deutschen Mobilfunkmarkt nach T-Mobile und Vodafone D2. Freenet
und Debitel haben allerdings im Gegensatz zu ihnen kein eigenes Netz. Freenet
-Chef Eckhard Spoerr verspricht sich von der Verschmelzung mit Debitel bessere Wachstumschancen im hart umkämpften Mobilfunk-Markt. Zusammen kommen die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben auf über 1 000 Vertriebsfilialen. Spoerr wird entgegen früheren Spekulationen Vorstandschef bleiben. Debitel-Chef Oliver Steil soll wie auch Finanzvorstand Joachim Preisig in den Vorstand von Freenet
einziehen.
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ab

