0 Bewertungen
13.05.2008 
Yahoo

Machtkampf um Yahoo geht in die entscheidende Woche

von Axel Postinett

Microsoft ist abgesprungen, aber die Gefahr bleibt. Steve Ballmers Absage an eine feindliche Übernahme hat Yahoo keine Erleichterung verschafft. Hedge-Fonds kaufen angeblich heimlich Yahoo-Aktien auf; der Google-Vorstandschef hat den Willen zu einer Zusammenarbeit bekräftigt. Der Internet-Konzern steht vor einer weiteren Zerreißprobe.

Hinter den Kulissen wird bei Yahoo heftig taktiert. Der Internetkonzern steht vor schwierigen Tagen. Foto: ArchivLupe

Hinter den Kulissen wird bei Yahoo heftig taktiert. Der Internetkonzern steht vor schwierigen Tagen. Foto: Archiv

DÜSSELDORF. Bis Donnerstag haben die Aktionäre Zeit, Gegenkandidaten für den Verwaltungsrat aufzustellen. Und obwohl Microsoft nach eigenen Aussagen nicht mehr daran denkt, einen Kampf um Sitze im Verwaltungsrat anzuzetteln, wird hinter den Kulissen taktiert wie nie zuvor. Selbst wenn die Frist ungenutzt verstreichen sollte, droht Gefahr: Hedge-Fonds kaufen sich offenbar ein, um die kommende Hauptversammlung zum Sturm auf Yahoo zu nutzen. Das jedenfalls sieht Risk-Merics-Analyst Chris Young als Grund für die relativ feste Tendenz der Yahoo-Aktie. Auch das ungewöhnlich hohe Handelsvolumen von rund 600 Mill. Aktien vergangene Woche wertet er als Beleg für seine These.

Der Hintergrund: Schon ein breites Misstrauensvotum durch Stimmenthaltungen könnte das Yahoo-Kontrollgremium unter Führung von Roy Bostock und Vorstandschef (CEO) Jerry Yang zu Fall bringen. Dabei hilft das sogenannte "Majority Voting". Es bedeutet vereinfacht gesagt, dass Kandidaten, die keine absolute Mehrheit zur Wiederwahl bekommen, von sich aus den Rücktritt anbieten müssen.

Immer mehr US-Firmen, darunter Yahoo, haben solche Regeln adaptiert. "Majority Voting ist nicht per Gesetz eingeführt worden", so Larry Sonsini von Wilson Sonsini Goodrich & Rosati, im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Aber es ist mittlerweile fast Standard und zeigt den wachsenden Durchgriff von Aktionären in die Verwaltungsräte", so der Chairman der mit 500 Mill. Dollar Umsatz größten Kanzlei im Silicon Valley.

Die Situation ist so ernst, dass nach langem Schweigen auch Google wieder aktiv eingreift und Hoffnungen auf eine Zusammenarbeit mit Yahoo am Leben hält. "Wir haben mit Yahoo gesprochen und sind sehr erfreut, mit ihnen zusammenzuarbeiten", erklärte Google-Mitgründer Sergei Brin Ende vergangener Woche. Genauere Angaben zum Stand eventueller Verhandlungen über eine Kooperation auf dem Milliardenmarkt der Onlinewerbung wollte er jedoch nicht machen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was die Aktionäre sehen wollen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterTechnologie

Sony verspielt Milliarden  Artikel in Merkliste

07.07.2008, 07:08 UhrSony steht vor allem die eigene Arroganz im Wege. Die Japaner verlangten Ende 2006 bei Markteinführung der neuen Playstation den bis dahin auch nicht annähernd erreichten Preis von 600 Dollar – 50 Prozent mehr als Microsoft für das Konkurrenzprodukt. Foto: dpa.

Die neue Generation der Videospielkonsolen wird für die Hersteller zum Milliardengrab. Insbesondere der japanische Sony-Konzern gerät durch seine mit großen Versprechungen gestartete Playstation 3 in heftige Turbulenzen. Sony steht mit den Problemen nicht allein: Auch für Microsoft, den zweiten großen Spieler in dem heißumkämpften Markt, entwickelt sich das Konsolengeschäft zu einem einzigen Desaster. Exklusiv


Anzeige