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27.05.2008 
Schatten über der Telekom

Ex-Vorstand belastet Ricke und Zumwinkel

von Sandra Louven und Katharina Slodczyk

Der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, sowie der Ex-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel sind offenbar tiefer in die Bespitzelungsaffäre des Konzerns verstrickt als bislang bekannt.

Der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, sowie der Ex-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel sind offenbar tiefer in die Bespitzelungsaffäre des Konzerns verstrickt als bislang bekannt. Lupe

Der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, sowie der Ex-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel sind offenbar tiefer in die Bespitzelungsaffäre des Konzerns verstrickt als bislang bekannt.

DÜSSELDORF. Heinz Klinkhammer, der frühere Personalvorstand der Deutschen Telekom, sagte dem Handelsblatt: „Der Mitarbeiter der Konzernsicherheit, der diesen Auftrag bekommen hat, hat mir versichert, dass Ricke und Zumwinkel ihm in der Angelegenheit einen Maulkorb erteilt haben.“

Klinkhammer war von 1996 bis 2006 als Personalvorstand des Bonner Konzerns auch für die Konzernsicherheit verantwortlich. Ein Mitarbeiter dieser Abteilung sollte vor drei Jahren offenbar herausfinden, wie Telekom-interne Unterlagen und Daten an die Presse gelangt sind und ob Mitglieder des Aufsichtsrats vertrauliche Informationen weitergereicht haben.

„Dieser Auftrag, die Lücken für die Indiskretionen zu finden und zu schließen, ist an mir sowie am Chef der Konzernsicherheit vorbei aus dem Umfeld Ricke und Zumwinkel erteilt worden“, sagte Klinkhammer. Und weiter: „Der Mann, der diesen Auftrag hatte, durfte weder mit mir noch mit seinem Chef darüber sprechen.“

Am Wochenende hatte Telekom-Vorstandschef René Obermann eingeräumt, dass der Konzern 2005 und teilweise auch 2006 Telefon-Verbindungsdaten missbraucht habe. Demnach wurde damals geprüft, wann und wie lange Manager und Aufsichtsräte mit Journalisten telefoniert haben, um herauszufinden, wer die Presse mit internen Informationen versorgt haben könnte. Zu dieser Zeit war Ricke an der Spitze des Konzerns und Zumwinkel Chef des Aufsichtsrats.

Sollten die Vorwürfe stimmen, dann hat die Telekom unter anderem das Fernmeldegeheimnis gebrochen. Noch ist allerdings unklar, wie genau der Auftrag an den Mitarbeiter der Konzernsicherheit aussah, ob er wirklich zu illegalen Machenschaften angestiftet wurde oder dies ohne Wissen seiner Auftraggeber tat.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Aufsichtsrat tagt zu dem Thema

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