Der SAP -Konkurrent Oracle hat wieder zugeschlagen. Im Rahmen seiner aggressiven Einkaufstour erwirbt Chef Larry Ellison den Softwarespezialisten BEA Systems. Die Aktion wirft viele Fragen auf. Einige Analysten sprechen gar von "Größenwahn".
FRANKFURT. Oracle
übernimmt den Software-Hersteller BEA Systems.
Ist das überraschend?
Nein. Oracle
wirbt seit Monaten um das amerikanische Software-Unternehmen. Der SAP
-Rivale
hatte im Oktober vergangenen Jahres ein erstes Angebot vorgelegt. Das wurde aber vom BEA-Management abgelehnt.
Wie hatte die BEA-Spitze die Ablehnung begründet?
Der Verwaltungsrat von BEA war der Ansicht, dass BEA mehr wert ist als die von Oracle
zunächst gebotenen 17 Dollar je Aktie. Er hat konkret 21 Dollar gefordert. Das hat wiederum Oracle
abgelehnt und die Offerte zunächst zurückgezogen.
Bildergalerie: Kampf der Giganten: SAP
vs. Oracle
Warum hat man sich jetzt doch geeinigt?
BEA ist seit langem ein Übernahmekandidat. Das Unternehmen ist mit einem Umsatz von zuletzt 1,4 Mrd. Dollar relativ klein - in den Augen vieler Analysten zu klein, um in einem sich konsolidierenden Markt alleine zu überleben. Zudem stand das Management von BEA unter Handlungsdruck, weil der US-Milliardär und aggressive Investor Carl Icahn eingestiegen war und auf einen Verkauf des Unternehmens drängte.
Warum hat Oracle
angesichts dieses Drucks beim Kaufpreis dann so kräftig draufgelegt?
Es ist richtig, Oracle
bezahlt mit 19,375 Dollar je Aktie deutlich mehr als ursprünglich geplant. Davon profitiert aber natürlich auch Icahn. Zudem war Oracle
-Chef
Larry Ellison klar, dass er draufsatteln musste, wenn er BEA bekommen wollte.
Musste er denn BEA unbedingt haben?
De facto stand nicht nur das BEA-Management unter Handlungsdruck. Auch Oracle
-Chef
Ellison ist in der Pflicht: Er hat seinen Investoren für die nächsten Jahre deutlich zweistellige Wachstumsraten versprochen. In den Augen vieler Analysten ist ein Erreichen dieses Ziels aber nur möglich, wenn Ellison sein Akquisitionstempo beibehält.
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