Inzwischen ist der Mobilfunkmarkt gesättigt: In Deutschland gibt es bereits mehr Handys als Einwohner. „Den Netzbetreibern geht es heute mehr darum, ihre Kunden zu halten, als neue zu gewinnen“, sagt Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. „Diese essentielle Aufgabe erledigen sie lieber selbst, als sie in die Hände der Service-Provider zu geben.“ Lag der Marktanteil der Service-Provider im Mobilfunk vor zehn Jahren noch bei 60 Prozent, so ist er heute auf unter ein Viertel geschrumpft.
Das liegt auch an einem dritten, neuen Spieler in der Branche: Vor zwei Jahren sind Billiganbieter wie Simyo auf den Markt gekommen, die meist mit einem reinen Online-Vertrieb niedrige Tarife anbieten. Damit jagen sie Netzbetreibern und Service Providern Marktanteile ab und üben Druck auf die ohnehin sinkenden Preise aus.
„Drei Gruppen von Anbietern buhlen in einem stagnierenden Markt um Kunden. Da ist eine Konsolidierung unter den Service Providern sinnvoll“, sagt Christian Terfloth von der Unternehmensberatung Oliver Wyman. „Wir werden noch weitere Akquisitionen sehen.“
Als Übernahmekandidat gilt Drillisch. Der Anbieter ist offenbar zu klein, um selbst einen größeren Konkurrenten zu kaufen. Drillisch-Chef Paschalis Choulidis hat zwar bereits erste Schritte unternommen: Anfang des Jahres kaufte er den kleineren Konkurrenten Telco Services. Im vergangenen Jahr beteiligte sich Choulidis mit zehn Prozent am Wettbewerber Mobilcom, um unter dessen Dach die Konsolidierung der Branche voran zu treiben. Doch Mobilcom ist inzwischen mit dem DSL-Anbieter Freenet fusioniert – und Freenet war Talkline zu teuer.
Der kleinste Service-Provider auf dem deutschen Markt, The Phone House, kommt nach Ansicht von Experten für eine Übernahme nicht in Frage. Der Grund: Das Unternehmen hat eine andere strategische Ausrichtung als die restlichen Anbieter. The Phone House versteht als Einzelhändler, der nicht nur Mobilfunk-Verträge und Handys, sondern etwa auch Computer und Versicherungen verkauft.
Experten halten dieses Modell für viel versprechend. „Wenn Service Provider nur auf Größenvorteile setzen, ist das langfristig nicht der richtige Weg“, sagt Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Vielmehr müssten die Anbieter durch eine eigene Produkt-Entwicklung einen Mehrwert schaffen, um sich zu behaupten.

