Bei T-Systems versucht man die Wogen zu glätten. „Das Ganze ist Bestandteil des 2005 verabschiedeten Stellenabbauplans“, sagte ein Sprecher. Die Telekom hatte damals mit den Arbeitnehmervertretern den sozialverträglichen Abbau von 32 000 Stellen vereinbart, darunter 5 500 Arbeitsplätze bei T-Systems. Das Programm sieht unter anderem den Verzicht von betriebsbedingten Kündigungen bis April 2008 vor. Allerdings wird in Konzernkreisen berichtet, dass damals noch vorgesehen war, ein „Nearshoring“, Umstrukturierungen ohne Stellenkürzungen innerhalb Deutschlands, umzusetzen.
T-Systems kämpft mit sinkenden Umsätzen, die Sparte ist international zu klein, um multinationale Konzerne zu bedienen. Ein weiteres Problem ist der hohe Personalbestand. Dies gilt gerade für den Bereich CSS. In ihm sind Aufgaben wie etwa die Fernwartung von Kundencomputern enthalten. Dinge also, die andere IT-Service-Anbieter längst in Billiglohnländer verlagert haben.
Auch die Telekom will ins Ausland ausweichen, um die Kosten zu senken. Viele der jetzigen Mitarbeiter sollen dann andere Aufgaben übernehmen, etwa im Verkaufsbereich oder in der Beratung. Darüber gibt es derzeit Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.
„Es ist skandalös, dass der Konzern den Tarifpartner mit diesen Plänen offenbar überfahren will“, sagte Schröder. „Wir befinden uns mitten in Verhandlungen über einen Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen für den Bereich Desktop-Service. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Telekom diese Verhandlungen blockiert und gleichzeitig Kündigungen vorantreibt.“
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Baustellen bei T-Systems.

