Schmidt folgt einem klaren Prinzip, glaubt Kaumanns: „Google ist Produktführer bei den Webnutzern und gleichzeitig Systemführer bei den Werbetreibenden.“ Konkurrenten versuchen das eine oder das andere – aber an Google kommt keiner heran.
Zum Beispiel sind Suchergebnisse bei Google für den Nutzer ebenso relevant wie eingeblendete „Werbeergebnisse“. Google lässt uninteressante (kaum geklickte) Werbung in der Trefferliste nach unten rutschen, selbst wenn der Werbekunde bereit wäre am meisten zu zahlen. Das schafft Vertrauen in die Ergebnisse.
Die Werbetreibenden bekommen einen umfassenden Service, von der Möglichkeit direkt Werbung selbst zu platzieren oder zu erstellen bis zur Analyse des Werbeauftritts. Konsequent werden Mittler und Agenturen ausgeschaltet. Produkte wie „Adsense“ dienen nur dazu, Werbekunden an der Abwanderung zu hindern.
Über Adsense lässt sich Online-Werbung auf tausenden Webseiten schalten, die nicht zum Google-Imperium gehören. Der Effekt: die Webseitenbetreiber gehen kaum zu anderen Werbenetzwerken und Googles Werbekunden auch nicht. Schließlich können sie so alles in gewohnter Manier buchen. Die gleiche Software, die gleichen Analyse-Werkzeuge – eben ein Monopol auf freiwilliger Basis.
Der Trick: Google widersteht der Versuchung, seine Machtposition auszunutzen. Rund 90 Prozent der Adsense-Umsätze wird an die Werbepartner zurücküberwiesen. Der Nettogewinn von 1 Mrd. Dollar im abgelaufenen Quartal kam überwiegend von den eigenen Seiten und das Potenzial der Videoplattform und Google-Tochter Youtube ist nicht einmal angekratzt. „Das Potenzial ist überhaupt noch nicht im Kurs berücksichtigt“, schreibt Analyst Tron Wang von Credit Suisse in einem Report.
Gibt es nichts, was Google noch stoppen kann? Doch. Zwei Dinge sind kritisch. Zum einen haben Gegner wie Yahoo oder Microsoft begonnen, ihre Geschäftsprozesse mit Hochdruck umzubauen. Gerade Microsoft hat das Potenzial, Hardware und Services nach Google-Manier mit Werbung zu bündeln. „Der Online-Werbemarkt wird sich mit dem Einstieg der großen Markenhersteller von der Textanzeige hin zur grafischen Anzeige bewegen“, sagt Brian McAndrews, Senior Vice President bei Microsoft für das Werbegeschäft. Microsoft hat mit der Milliardenakquisition des Werbenetzes aQuantive klare Marken gesetzt.
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