Den dritten Rang auf dem französischen DSL-Markt belegt Newcomer Iliad. Dessen Serviceprovider Free erfand das integrierte Dreifachangebot und jagte France Télécom
damit viele Kunden ab. Im Mobilfunk ist Iliad bisher nicht präsent. Das erweist sich bei der wachsenden Bedeutung des mobilen Internets zunehmend als Schwachpunkt. Deshalb bemüht sich Iliad seit geraumer Zeit um die vierte französische Mobilfunk-Lizenz, konnte sich mit dem französischen Staat bisher aber nicht über den Preis einigen.
Sowohl die bald mit Vivendi
verbundene Neuf Cégétel als auch Iliad werden in Paris als potenzielle Käufer von Alice gehandelt. "Iliad würde seinen DSL-Marktanteil damit von derzeit 19,5 auf 25,7 Prozent erhöhen und könnte signifikante Synergien erzielen", meinen Analysten der Investmentbank Chevreux. Der Unternehmer Xavier Niel, dem 70 Prozent an Iliad gehören, muss aber auch den angekündigten milliardenteuren Ausbau eines Glasfasernetzes und eventuell die vierte Mobilfunk-Lizenz finanzieren.
Neuf Cégétel dagegen setzte immer schon auf externes Wachstum, zuletzt mit den Übernahmen von AOL Frankreich und Club Internet. Daher sei Neuf der wahrscheinlichste Käufer, meint Analyst Debroissia.
Als Kaufinteressent kommt zudem der vierte im Bunde der französischen Telekom
-Anbieter infrage: der Bau- und Medienkonzern Bouygues.
Die Nummer drei auf dem französischen Mobilfunkmarkt ist bisher im DSL-Geschäft nicht präsent.
Schön, aber teuer: Telecom Italia
verdient mit Alice überall Geld - außer in Frankreich. Dort fuhr die DSL-Tochter von Januar bis September 2007 einen Betriebsverlust von 147 Mill. Euro ein bei einem Umsatz von 282 Mill. Euro. Die französische Alice hat 882 000 Kunden, was einem Marktanteil von 6,2 Prozent entspricht. Nach Informationen des Handelsblatts wird sich Telecom Italia
erst Anfang März zum Verkauf von Alice äußern. Als mögliche Käufer werden Neuf Cégétel, Iliad sowie der Kabelfernsehanbieter Numéricable genannt.

