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HANDELSBLATT, Donnerstag, 17. Januar 2008, 10:13 Uhr
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Hat er jetzt am Ende zu viel bezahlt?

Analysten bezeichnen den Preis von 8,5 Mrd. Dollar als fair. Für die Aktionäre von BEA ist die Offerte auf jeden Fall sehr attraktiv. Sie bedeutet eine Prämie von 24 Prozent zum letzten Aktienkurs des Unternehmens (15,58 Dollar) vor der Offerte. Dabei muss berücksichtigt werden, dass das BEA-Papier durch die Übernahmephantasie in den letzten Monaten kräftig gestiegen ist.

Wie ist der Preis bezogen auf die operative Stärke von BEA zu bewerten?

Das ist schwer zu sagen. BEA ist wie viele amerikanische IT-Firmen in den Skandal um zurückdatierte Aktienoptionen verstrickt. Deshalb legt das Unternehmen seit längerem keine Geschäftsberichte vor, es fehlen Daten etwa zum operativen Ergebnis des vergangenen Fiskaljahres. Einen Anhaltspunkt kann der letzte Quartalsbericht liefern. Rechnet man das Nettoergebnis von 132 Mill. Dollar auf zwölf Monate hoch, ergibt sich ein Kaufpreis-Multiple von etwa 47. Das ist durch andere Akquisitionen gedeckt. Als IBM vor kurzem den Software-Anbieter Cognos kaufte, betrug das Multiple 42.


Tabelle  Infografik: BEA ist ein schwerer Brocken


Rechtfertigt die strategische Bedeutung diesen Kaufpreis?

Auch hier fällt eine Antwort schwer. Interessant sind für Oracle auf jeden Fall die rund 15 000 Kunden von BEA. Sie sind im Wettlauf mit SAP um die führende Marktposition sehr wichtig. Auf der Produktseite sind die Synergien dagegen kaum zu erkennen.

Warum gibt es wenig Synergien?

BEA bietet Software an, mit Hilfe derer die Unternehmen ihren Flickenteppich aus Programmen miteinander verbinden, integrieren können. Dies ist wichtig für die Steuerung einer Firma. Dieses Geschäft ist zwar ein Wachstumsmarkt. Allerdings bastelt Oracle seit Monaten an einer eigenen Integrationslösung mit dem Namen "Fusion". Sie ist ein großer Hoffnungsträger für Oracle. Bislang ist die Frage unbeantwortet, wie Oracle die sich überschneidenen Angebote künftig behandeln will.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Einige Analysten sprechen von "Größenwahn"


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