War denn nicht irgendwann absehbar, dass das Freenet
-Management eine andere Lösung will?
Am 7. April hatte ich ein angenehmes Telefonat mit Herrn Spoerr. Er erklärte, dass er unser Konzept zu den 14 Euro je Aktie benötige, die ich unter gewissen Bedingungen in Aussicht gestellt hatte. Er habe Druck aus dem Aufsichtsrat, den Debitel-Deal abzuschließen. Das war für mich durchaus nachvollziehbar, eines der Mitglieder ist als Berater für Permira tätig. Kurz darauf gab es einen Medienbericht, in dem eine Sprecherin von Freenet
dahingehend zitiert wurde, dass ein potenzielles Übernahmeangebot für 12,80 Euro, das so wörtlich an "ungewöhnliche Bedingungen" geknüpft sei, keine ernsthafte Handlungsoption für Freenet
darstelle.
Was geschah dann?
Wir haben die 14 Euro je Aktie klargestellt und Freenet
aufgefordert, uns zu bestätigen, dass es sich bei den Äußerungen der Sprecherin um ein Missverständnis handelte und die Verhandlungen fortgesetzt würden. Als Antwort kam, es läge kein verbindliches Angebot vor, deshalb hätte man keine Handlungsalternativen. Da haben wir gemerkt: Hier wird nicht ehrlich gespielt.
So etwas ist doch heutzutage Teil eines normalen Verhandlungspokers. Warum haben Sie nicht einfach ein ordentliches Angebot gemacht?
Dazu waren wir bereit, Basis sollte die vereinbarte Überlassung wesentlicher Kennzahlen sein. Diese wurden mehrfach in Aussicht gestellt, aber nicht geliefert.
Warum haben Sie es nicht mit einer feindlichen Offerte am Management vorbei versucht?
Das passt nicht zu unserer Kultur. Hätte Herr Spoerr mich nicht am Vortag unseres Treffens aktiv angerufen oder hätte er von Anfang gesagt, dass er keine Übernahme will, dann hätten wir uns die ganze Mühe gespart.
Ist die Übernahme des Mobilfunkers Debitel aus der Sicht eines Freenet
-Aktionärs wirklich so schlimm?
Man muss zwei Themen trennen. Einerseits ist unser Übernahmeversuch gescheitert. Herr Spoerr hat uns hinters Licht geführt. Damit ist das Thema für mich durch. Andererseits hat United Internet wie andere Freenet
-Aktionäre ein Interesse daran, dass sich die Aktie positiv entwickelt, nicht weiter an Wert verliert.
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