Dennoch wird nicht ausgeschlossen, dass die Chinesen auf eine mögliche Offerte von Bharti Airtel reagieren und ihrerseits ein Übernahmeangebot für die Südafrikaner unterbreiten. "Wenn das indische Konsortium MTN
kaufen möchte, wird es um einen hohen Aufschlag von etwa 25 Prozent nicht herumkommen" sagt Brice Main, ein Fondsmanager von Ivy Asset Management, das seinerseits MTN
-Aktien im Wert von rund 100 Mill. Rand (8,5 Mill. Euro) verwaltet. Schließlich handele es sich bei dem Unternehmen um eine der größten Erfolgsgeschichten in Afrika. Auch das Ergebnis von MTN
(Fiskaljahr bis Dezember 2007) kann sich sehen lassen: Bei einem Umsatz von 73 Mrd. Rand (6,2 Mrd. Euro) erwirtschaftete MTN
einen Reingewinn von fast zwölf Mrd. Rand (1,02 Mrd. Euro).
Überraschenderweise liegt MTN
ausgerechnet in seinem Heimatmarkt Südafrika mit 14 Mill. Kunden beträchtlich hinter seinem lokalen Erzrivalen Vodacom, einer Tochter der britischen Vodafone. Diese hat am Kap rund 25 Mill. Kunden. Allerdings ist das zukünftige Wachstumspotential der Kaprepublik vergleichsweise gering, weil über 80 Prozent der Südafrikaner bereits ein Handy benutzen.
Während dem Rivalen Vodacom durch ein Arrangement mit Vodafone beim angestrebten Ausgriff nach Afrika enge Grenzen gesetzt sind, hat MTN
die Expansionsstrategie seines Chefs Phuthuma Nhleko punktgenau umgesetzt. Nhleko, dessen Vertrag noch bis 2010 läuft, hat das Ziel, durch Zukäufe weiter am Größe zu gewinnen, vor allem in Indien und Südostasien, wo der Anteil der Mobilfunknutzer an der Bevölkerung noch gering ist. Allerdings hat Nhleko auch stets darauf verwiesen, dass MTN
neuen Geschäften strikte Investmentkriterien zugrunde lege und keinesfalls bloß um des Wachstums willen in neue Märkte vordringe.
Der Weg zur Fusion
Der Plan: Bei den Gesprächen zwischen der südafrikanischen MTN
und der indischen Bharti Airtel geht es angeblich um eine vollständige oder zumindest mehrheitliche Übernahme der Südafrikaner. Beide Seiten würden von dem Zusammenschluss profitieren und mit einem Schlag zu einem echten Global Player aufsteigen.
Die Umsetzung: Vorstand und Management von MTN
sind mit fast 15 Prozent die größten Anteilseigner des südafrikanischen Konzerns. Angeblich soll das MTN
-Management zwar zu einer größeren Veränderung der eigenen Besitzstruktur bereit sein, doch sträubt es sich nach Angaben aus Branchenkreisen gegen eine vollständige Übernahme. Einem Szenario zufolge könnte Bharti Airtel deshalb eine Offerte für 51 Prozent von MTN
unterbreiten.
Der Vorteil: Durch die nicht vollständige Übernahme wäre es den Südafrikanern möglich, ihre Notierung an der Börse in Johannesburg beizubehalten. Dort ist MTN
hinter dem Petrochemiekonzern Sasol das zweitgrößte Unternehmen mit einer Erstnotierung am Kap.