| HANDELSBLATT, Dienstag, 16. Januar 2007, 19:40 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Virtuelle Netzwerke | ||||||||||||||||||||||||
Social Networking erobert Mobiltelefone | ||||||||||||||||||||||||
Von Axel Postinett | ||||||||||||||||||||||||
Die Mobilfunkbetreiber erschließen eine neue Einnahmequelle: Das so genannte Social Networking - virtuelle Freundes-Netzwerke wie Youtube oder Myspace - wird 2007 verstärkt vom Rechner aufs Handy wandern. Neben Musikdownloads, Netzspielen und mobilem Fernsehen dürfte sich Mobile Social Networking zu einer großen Triebfeder für das Datengeschäft der Anbieter entwickeln. | ||||||||||||||||||||||||
DÜSSELDORF. Eine aktuelle Studie von Telephia und Nielsen/Netratings kommt zu dem Schluss, dass Myspace in Großbitannien bereits die beliebteste Seite ist, um Inhalte vom Mobiltelefon in das Internet zu übertragen. Windows Live Spaces und an dritter Stelle Youtube folgen. In den USA muss sich Youtube sogar mit dem vierten Platz begnügen: Hier liegt die Studenten-Community Facebook auf Rang zwei. Rund 21 Prozent der Briten, die vom Mobiletelefon aus ihre Community-Seiten bestücken, nutzen demnach Myspace und überraschend stark mit 18 Prozent zeigt sich Microsofts Live Spaces Service. Die Video-Community Youtube (9 Prozent) muss sich den dritten Platz sogar noch mit dem britischen Teenager-Service Bebo teilen. In den USA führt ebenfalls Myspace mit 32 Prozent, der zweite Platz geht aber an die Studenten-Webgemende Facebook mit 13 Prozent vor Windows und Youtube. „Die Social-Networking-Seiten haben das Internet bereits im Sturm erobert“, sagt Reza Chady, Research Director bei Telephia. „Die enorme Verbreitung von Mobiltelefonen mit Kameras wird das Social Networking jetzt vom PC auf die Straße bringen.“ Das nicht zuletzt deshalb, weil Social-Networking und der Wunsch, immer mit seinen Freunden in Kontakt zu stehen, ein Jugend-Phänomen ist. In Großbritannien sind neun Prozent der Mobil-Networker zwischen 15 und 17 Jahren alt, verglichen mit fünf Prozent an der Gesamtheit der Mobiltelefonbesitzer. Dieser Trend spielt den großen Telekom-Gesellschaften in die Hände, denn der Datenbereich gewinnt bei ihnen eine immer größere Bedeutung. Vodafone Deutschland etwa meldete für das dritte Quartal des Kalenderjahres 2006 einen Anteil der Datendienste (ohne SMS) am Umsatz von 7,4 Prozent, im Vorjahresquartal waren es nur 4,3 Prozent. In absoluten Zahlen sei der Datenumsatz um fünfzig Prozent gestiegen. Als Grund wird die steigende Akzeptanz der UMTS-Dienste, sowohl bei Geschäftskunden als auch Privatkundenservices wie Mobile TV und Mobile Music gennant. In den USA hat der Mobilfunkbetreiber Cingular Ende 2006 einen eigenen Mobiltarif für Myspace-Nutzer gestartet, der für 2,99 Dollar im Monat einen vereinfachten Zugang zu Myspace ohne störende Werbebanner und mit schneller Grafik erlaubt und auch den Empfang und das Versenden von Myspace-Emails erlaubt. | ||||||||||||||||||||||||
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