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HANDELSBLATT, Mittwoch, 20. Juni 2007, 18:10 Uhr
Personalvorstand Thomas Sattelberger

Telekom-Vorstand: „Wir sparen schon 2007 beträchtlich“

Die Einigung zwischen der Telekom und der Gewerkschaft Verdi über die Auslagerung der Service-Mitarbeiter ist in trockenen Tüchern: Die Große Tarifkommission von Verdi hat den Kompromiss gebilligt. Im Handelsblatt-Interview erklärt Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger, wie der Konzern von der Vereinbarung profitiert.



Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger. Foto: dpa
Bild vergrößernTelekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger. Foto: dpa

Handelsblatt: Herr Sattelberger, Sie haben kräftig nachgegeben: Die Einkommen etwa werden nur halb so stark gekürzt wie zunächst geplant. Können Sie damit zufrieden sein?

Thomas Sattelberger: Wir sind sehr zufrieden. Wir haben in einem deutschen Unternehmen die Arbeitszeit um vier Stunden ohne Lohnausgleich verlängert und gleichzeitig die Vergütung abgesenkt. Das ist in der Gewerkschaftslandschaft Deutschlands selten. Das ist erstens nur mit einer starken, vorausschauenden Gewerkschaft möglich, und zweites haben wir an anderen Stellen Federn gelassen.


Weblog Bernd Ziesemer: Wie Verdi die eigenen Mitglieder beschwindelt

Die Gehaltskürzungen werden erst 2010 voll wirksam. In den kommenden 18 Monaten zahlen Sie weiter die vollen Löhne. Sparen Sie in der Zeit gar nichts?

Telekom
Chart: Telekom
Analystenmeinung

Wir haben bis Ende 2008 eine Nullrunde vereinbart – allein dadurch sparen wir eine beträchtliche Summe. Zudem können wir durch die Verlängerung der Arbeitszeit wieder Aufträge ins Unternehmen holen, die wir derzeit an externe Dienstleister vergeben haben. Das bedeutet, wir werden schon im zweiten Halbjahr dieses Jahres einen fast dreistelligen Millionen-Betrag durch die Maßnahmen einsparen.

Sie haben einem Kündigungsschutz bis 2012 zugestimmt. Dann will die Telekom ihr Netz auf die IP-Technologie umgestellt haben und braucht doch ganz sicher nicht mehr all die Techniker.

Es ist noch viel zu früh, um über die neuen, IP-basierten Netze zu reden. Der Kündigungsschutz ist in der Tat ein großes Zugeständnis. Aber wir haben mit dem Auslagerungsschutz bis 2010 unsere unternehmerische Freiheit gesichert.

Das heißt, Sie wollen die Einheiten später verkaufen?

Von Verkauf redet wirklich niemand. Wir haben auch kein Papier in der Schublade. Aber alles, was über die Mittelfristplanung hinausgeht, kommt in dieser schnellen Branche einem Blick in die Kristallkugel gleich.

Verzichten Sie jetzt bis 2010 auf weitere Personalanpassungen?

Das bekannte Personalabbauprogramm läuft bis Ende 2008. Ein neues Programm ist nicht in der Pipeline. Aber die Angebote zum freiwilligen Personalabbau wie der Vorruhestand für Beamte oder die Altersteilzeit für Angestellte werden auch nach 2008 weiter laufen.

Das Gespräch führte Sandra Louven


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