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 HANDELSBLATT, Donnerstag, 4. Oktober 2007, 08:06 Uhr
Betriebsbedingte Kündigungen

Bei T-Systems drohen Kündigungen


Ein Brief, der den 4 800 Mitarbeitern der T-Systems-Sparte CSS (Computing Services und Solutions) dieser Tage ins Haus flattert, sorgt bei der Telekom-Tochter für Unruhe. Die Betroffenen sollen Angaben zu ihrem „Sozialstatus“ machen. Hintergrund ist die Verlagerung von Funktionen ins Ausland, die mit betriebsbedingten Kündigungen einhergehen könnte.



Der stellvertretende Aufsichtsratschef Lothar Schröder, hier im Gesrpäch mit Konzernchef René Obermann, kündigte bereits Widerstand gegen betriebsbedingte Kündigungen an. Foto: dpa
Bild vergrößernDer stellvertretende Aufsichtsratschef Lothar Schröder, hier im Gesrpäch mit Konzernchef René Obermann, kündigte bereits Widerstand gegen betriebsbedingte Kündigungen an. Foto: dpa

FRANKFURT/DÜSSELDORF. In Unternehmenskreisen heißt es, der Konzern wolle 100 Stellen des Bereiches Desktop-Service und 1 500 Jobs aus den Rechenzentren und damit 30 Prozent aller Arbeitsplätze dort ins Ausland verlagern. Im Visier habe die Telekom vier Standorte: Kosice in der Slowakei, Debrecen in Ungarn, Budapest und Prag. Der Transfer der Arbeitsplätze solle Ende 2009 abgeschlossen sein.

„Konzernchef René Obermann bereitet offensichtlich Kündigungen vor und führt seinen Kurs gegen das Personal fort“, sagte Lothar Schröder, stellvertretender Aufsichtsratschef der Telekom und Verdi-Bundesvorstand im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Aber wir werden uns wehren“, kündigte er an.

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DT.TELEKOM AG NA
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Schröder bezeichnete die Pläne als „unschlüssig“, weil der neue T-Systems-Chef Reinhard Clemens noch nicht einmal an Bord sei und seine Strategie noch gar nicht stehe. Der Aufsichtsrat der Telekom hatte Clemens erst am vergangenen Samstag zum Chef der Sparte bestimmt. Er wird Anfang Dezember seine Arbeit aufnehmen.

Dass betriebsbedingte Kündigungen wahrscheinlicher werden, zeigt die Wortwahl in einem internen Schreiben an die Führungskräfte von T-Systems, das dem Handelsblatt vorliegt. Dort heißt es zum Hintergrund der Befragung: „Der Zweck (...) ist es, allen Mitarbeitern der CSS bereits 2007 transparent zu machen, ob sie (...) von einer betriebsbedingten Kündigung im Jahr 2008 betroffen wären.“ Und weiter: „Betriebsbedingte Beendigungskündigungen können gemäß Interessensausgleich erstmals zum 1.04.2008 ausgesprochen werden.“ Im Falle solcher Kündigungen spielt der Sozialstatus, zum Beispiel Firmenzugehörigkeit oder Kinderzahl, oft eine wichtig Rolle.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Faktor Kostensenkung.


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