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HANDELSBLATT, Dienstag, 18. März 2008, 16:57 Uhr
Einstieg in Griechenland

Deutsche Telekom expandiert im Hinterhof

Von Gerd Höhler, Sandra Louven und Hans-Peter Siebenhaar

Mit dem Einstieg bei der griechischen Hellenic Telecom (OTE) wird die Deutsche Telekom zum dominierenden Spieler in Südosteuropa. Die Region gilt als einer der letzten Wachstummärkte auf dem alten Kontinent. Mittlerweile erzielt der Bonner Konzern mehr als die Hälfte der Erlöse außerhalb des stagnierenden Heimatmarkts.



Durch die Beteiligung an OTE wird die Telekom zum dominierenden Spieler in Südosteuropa. Foto: dpa
Bild vergrößernDurch die Beteiligung an OTE wird die Telekom zum dominierenden Spieler in Südosteuropa. Foto: dpa

ATHEN/DÜSSELDORF. Mit dem Einstieg in Griechenland ließ sich Telekom-Chef René Obermann viel Zeit. Immer wieder habe er in den vergangenen Jahren mit der griechischen Regierung über eine Beteiligung an Hellenic Telecom (OTE) gesprochen, sagt Obermann. Gestern konnte er bei Griechenlands führendem Telekomkonzern mit zahlreichen Beteiligungen auf dem Balkan Vollzug melden: Der Bonner Konzern kündigte den Erwerb von knapp 20 Prozent an OTE für 2,5 Mrd. Euro an. Verkäufer ist die griechische Investmentgesellschaft Marfin Investment Group.

Mit der Akquisition wird die Telekom zum dominierenden Spieler in Südosteuropa: OTE besitzt Töchter in Bulgarien, Rumänien, Albanien, Mazedonien und eine Beteiligung in Serbien. "Damit decken wir fast alle zentraleuropäischen Länder ab", sagte Obermann. Die Telekom ist bereits in zahlreichen osteuropäischen Ländern vertreten. Mittlerweile erzielt der Bonner Konzern mehr als die Hälfte der Erlöse außerhalb des stagnierenden Heimatmarkts.


Tabelle  Infografik: Griff nach Südosteuropa.


Der Deal in Griechenland kommt allerdings nur zustande, wenn Obermann das Management von OTE bestimmen und zusätzliche Anteile von der griechischen Regierung übernehmen kann. Athen ist mit 28 Prozent immer noch größter Anteilseigner von OTE. "Wir haben nicht die Absicht, die Gesellschaft voll zu übernehmen", sagte Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. Ihm geht es vielmehr um die Kontrolle des Managements. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass die Telekom OTE in ihrer Bilanz konsolidieren kann, obwohl sie nicht die Mehrheit besitzt (siehe: "Der trickreiche Einstieg ..."). Experten gehen davon aus, dass die Bonner diesen Weg wählen, weil das die preiswertere Alternative ist.

OTE gehört mit seinen osteuropäischen Ablegern zu den führenden Mobilfunkanbietern. "Das sind hochattraktive Länder", sagte Obermann. Zwar besitzt auch in Osteuropa bereits fast jeder Einwohner mindestens ein Handy - die Wachstumsaussichten dort sind dennoch besser als im Westen. Grund dafür ist das häufig schlecht ausgebaute Festnetz dort. Das führt dazu, dass das Handy nicht nur für Telefonate verwendet wird, sondern auch den klassischen DSL-Anschluss ersetzt.

Die Telekom verspricht sich hohe Wachstumsraten bei mobilen Datendiensten wie E-Mails oder dem Surfen im Internet. Experten halten das für durchaus realistisch: "Im Abdeckungsgebiet von OTE sehen wir noch Nachholbedarf bei mobilen Internetlösungen und mobilen Breitbanddiensten. Auch im DSL-Bereich sehen wir noch gute Wachstumschancen in Griechenland", sagte Telekomanalyst Stefan Borscheid von der Düsseldorfer WestLB.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie der Bonner Konzern den Einstieg bei OTE vollziehen will.


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