0 Bewertungen
25.04.2008 
Microsoft schließt höhere Offerte für Yahoo erneut aus

Vista-Effekt sorgt für Gewinnknick

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft hat im dritten Geschäftsquartal deutlich weniger verdient als im vergangenen Jahr. Im Vorjahr hatte allerdings die Einführung des Betriebssystems Vista den Gewinn nach oben getrieben. Die Erwartungen der Analysten wurden dennoch enttäuscht, im nachbörslichen Handel verlor die Microsoft-Aktie deutlich.

Seiltänzer spannen in New York das Microsoft-Windows-Logo auf. Das Unternehmen hat ehrgeizige Pläne. Foto: dpaLupe

Seiltänzer spannen in New York das Microsoft-Windows-Logo auf. Das Unternehmen hat ehrgeizige Pläne. Foto: dpa

HB REDMOND. Der Umsatz des Konzerns stagnierte. Für das im Juli startende nächste Geschäftsjahr versprach der Konzern am Donnerstagabend ein kräftiges Gewinnplus. Microsoft steckt mitten in einem Übernahmekampf um den Internet- Konzern Yahoo, der sich bislang gegen den Kauf wehrt.

Der Überschuss von Microsoft sank im Ende März abgelaufenen dritten Geschäftsquartal um rund 11 Prozent auf 4,39 Milliarden Dollar (2,80 Mrd Euro). Bereinigt um den Windows-Vista-Effekt stieg der Gewinn je Aktie um 14 Prozent. Der Umsatz lag nur leicht höher bei 14,45 Milliarden Dollar, teilte Microsoft nach US-Börsenschluss in Redmond (US-Bundesstaat Washington) mit. Experten hatten allerdings einen noch stärkeren Gewinnrückgang erwartet. Die Aktie kam nachbörslich deutlich unter Druck. Ein möglicher Grund: Das für das laufende Quartal in Aussicht gestellte Gewinnwachstum enttäuschte Anleger.

Microsoft will zur Steigerung seines Online-Geschäfts den Rivalen Yahoo für ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (28 Mrd Euro) übernehmen. Gemeinsam mit Yahoo will der Softwareriese die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen. Yahoo ist der Preis bislang zu niedrig, schließt aber eine Übernahme nicht generell aus. Zum Wochenende endet ein Ultimatum Microsofts für eine Einigung auf eine Übernahme.

Für das Ende Juni auslaufende vierte Geschäftsquartal erwartet Microsoft einen Umsatz zwischen 15,5 und 15,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie soll bei 0,45 bis 0,48 Dollar liegen. Im folgenden Geschäftsjahr 2009 soll der Gesamtumsatz 66,9 bis 68 Milliarden Dollar betragen bei einem Gewinn je Aktie von 2,13 bis 2,19 Dollar.

Im Übernahmepoker um den Internet-Konzern Yahoo schloss Microsoft kurz vor Ablauf seines Ultimatums eine Erhöhung des milliardenschweren Angebots erneut aus. Sollte bis zu diesem Wochenende keine Einigung mit dem Management von Yahoo gelingen, werde sich Microsoft entweder in einer feindlichen Übernahme direkt an die Aktionäre wenden oder aber seine Offerte zurückziehen, bekräftigte Microsoft-Finanzchef Chris Liddell. Die Forderungen von Yahoo nach einer höheren Offerte beruhten auf „unrealistischen Erwartungen“.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterTechnologie

Sony verspielt Milliarden  Artikel in Merkliste

07.07.2008, 07:08 UhrSony steht vor allem die eigene Arroganz im Wege. Die Japaner verlangten Ende 2006 bei Markteinführung der neuen Playstation den bis dahin auch nicht annähernd erreichten Preis von 600 Dollar – 50 Prozent mehr als Microsoft für das Konkurrenzprodukt. Foto: dpa.

Die neue Generation der Videospielkonsolen wird für die Hersteller zum Milliardengrab. Insbesondere der japanische Sony-Konzern gerät durch seine mit großen Versprechungen gestartete Playstation 3 in heftige Turbulenzen. Sony steht mit den Problemen nicht allein: Auch für Microsoft, den zweiten großen Spieler in dem heißumkämpften Markt, entwickelt sich das Konsolengeschäft zu einem einzigen Desaster. Exklusiv


Anzeige