Der Chef des US-Internetkonzerns Yahoo, Jerry Yang, ist nach der gescheiterten Milliardenübernahme durch Microsoft weiter offen für ein Angebot des Softwarekonzerns. „Wir haben nicht gesagt, dass wir eine 'Nimm-es-oder-lass-es'-Position vertreten“, sagte er in einem Zeitungsinterview.
HB LONDON. Der Chef des US-Internetkonzerns Yahoo, Jerry Yang, ist nach der gescheiterten Milliardenübernahme durch Microsoft weiter offen für ein Angebot des Softwarekonzerns. Yang habe verhandeln wollen, aber Microsoft habe sein Gebot in Reaktion auf die Forderung nach einem Preis über 33 Dollar je Aktie zurückgezogen, sagte Yang in einem Interview mit der „Financial Times“. Laut Microsoft hatte die Yahoo-Spitze mindestens 37 Dollar je Aktie verlangt.
„Wir haben nicht gesagt, dass wir eine „Nimm-es-oder-lass-es“- Position vertreten und nicht weiter verhandeln würden“, sagte Yang. „Wir wollten diese Transaktion wirklich durchführen, und nun sind sie abgezogen.“ Analysten zufolge dürften die Aktionäre von Yahoo aufgebracht sein und Druck auf das Unternehmen ausüben, bald einen überzeugenden Zukunftsplan vorzulegen oder auf Microsoft zuzugehen.
Die Yahoo-Aktie war nach dem Scheitern der Übernahme durch Microsoft zwar stark unter Druck geraten, aber nicht so deutlich wie zuvor vielfach befürchtet wurde. Etliche Aktionäre erwarteten offenbar, dass die Verhandlungen noch einmal wiederaufgenommen werden könnten, erklärten Analysten. Yahoo setzte unterdessen am Montag für den 3. Juli eine Aktionärsversammlung an.
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Der Kurs der Yahoo-Aktie war am Montag um 4,30 Dollar oder 15 Prozent auf 24,37 Dollar eingebrochen. Das war ungefähr die Hälfte des Gewinns, den die Aktie seit Bekanntgabe des Microsoft-Angebots am 31. Januar gemacht hatte. „Wenn der Ärger der Yahoo-Aktionäre den Siedepunkt erreichen sollte, dann glauben wir, dass Microsoft wieder aktiv werden könnte und dann so etwas wie ein Weißer Ritter wäre“, erklärte der Analyst David Hilal von Friedman, Billings, Ramsey & Co. am Montag. Ähnlich sehen es offenbar viele Aktionäre, die sich entschieden, derzeit noch nicht zu verkaufen.
„Ich hätte eine extremere Reaktion erwartet“ auf den Rückzug von Microsoft, erklärte der Analyst Clayton Moran von der Stanford Group. „Microsoft möchte, dass es so aussieht, als ob sie nicht wieder zurückkehren (mit einem anderen Angebot), aber die verhaltene Reaktion zeigt, dass das der Markt ihnen nicht abkauft.“

