UnternehmenIndustrie
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Dienstag, 25. September 2007, 15:11 Uhr
Münchner Transrapid

Brüssel entmagnetisiert Stoibers Traum

Das Finanzierungskonzept für den Münchner Transrapid wankt nur wenige Stunden nach seiner Präsentation wie ein Oktoberfestbesucher nach ein paar Maß zuviel: Die EU - fest eingeplant als Mitfinanzier der Magnetbahn - schüttelt bedauernd den Kopf. Dem Transrapid zum Verhängnis wird, dass er ausgereift ist.


 Mehr zum Thema: Der Transrapid in Deutschland
Tabellen und Infografiken

Infografik: Geplante Transrapid-Trasse für München (27.03. 11:00)

Artikel

Transrapid-Befürworter wollen Klarheit über Kosten  (12.01. 13:48)

Artikel

Transrapid – ein Drama in vielen Akten  (26.09. 07:19)

Zum Special ...



Edmund Stoiber 2001 beim Besuch der Transrapid-Versuchsstrecke im Emsland. Foto: ap
Bild vergrößernEdmund Stoiber 2001 beim Besuch der Transrapid-Versuchsstrecke im Emsland. Foto: ap

HB BRÜSSEL/BERLIN. Die Europäische Kommission erklärte am Dienstag nach der Vorstellung der am Vorabend von Bayern, Bahn und Lieferanten unterzeichneten Realisierungsvereinbarung, sie sehe kaum Chancen für eine Förderung des Münchner Transrapid-Vorhabens aus Brüsseler Töpfen. An dieser Einschätzung von EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot habe sich nichts geändert. Barrot hatte im August gesagt: „Ich halte es für höchst unwahrscheinlich, dass Europa das Transrapid-Projekt aus seinem Haushalt für die Transeuropäischen Verkehrsnetze kofinanzieren wird.“ Die Projektpartner hatten dagegen erklärt, sie setzten auf 50 Millionen Euro für das Vorhaben von der EU.

Für die Forschungs- und Verkehrsprogramme der EU gilt gleichermaßen, dass bevorzugt Projekte mit grenzüberschreitendem Ansatz gefördert werden. Anders als andere EU-geförderte Verkehrsvorhaben in Bayern solle der geplante Transrapid aber „von München nach München“ fahren, betonen Mitarbeiter von Barrot.


Bildergalerie Bildergalerie:  Von Kastenwagen und fliegenden Untertassen – die Entwicklung des Transrapid


Siemens
Chart: Siemens
Analystenmeinung

Weitere Kursdaten:

ThyssenKrupp

Kommissionssprecher Jens Mester relativierte zudem die von Barrot angedeutete Möglichkeit, Zuschüsse aus dem Forschungsbudget der Kommission für die Magnetschwebebahn zu zahlen. Das sei „keine realistische Perspektive“, sagte Kommissionssprecher Jens Mester. Geld aus dem Forschungshaushalt könne nur für die Entwicklung neuer Technologien bereitgestellt werden: „Man muss aber davon ausgehen, dass der Transrapid ein ausgereiftes Produkt ist“, sagte Mester.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück unterstrich, dass der Bund nicht mehr als 925 Millionen Euro für das Projekt geben wird. Die Zahl basiere aber auf einer fünf Jahre alten Schätzung und sei nicht mehr aktuell. Den Rest müsse Bayern dann drauf legen. Zugleich betonte Steinbrück: „Das Projekt wird deutlich teurer. Die Kosten werden auf keinen Fall bei 1,85 Milliarden Euro stehen bleiben“. Steinbrück hatte bereits als SPD-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen das Projekt eines Metrorapid in seinem Land scheitern lassen.

Bereits in der Vergangenheit war aus Berlin zu hören gewesen geheißen, der Bund sollte seinen Finanzierungsanteil von 550 Millionen auf maximal 925 Millionen Euro nur dann aufstocken, wenn Bayern mögliche höhere Baukosten trägt. Zu den Risiken steigender Kosten müsse es feste Übernahmevereinbarungen geben.

Der bayerische Verkehrsminister Erwin Huber, der am Sonnabend auf dem CSU-Parteitag für den Parteivorsitz kandiert, verteidigte die bisherige Kostenschätzung von 1,85 Milliarden als realistisch. Industrie und Bauunternehmen hätten es bei dem Treffen für möglich gehalten, die Summe beim Bau einzuhalten. Laut Stoiber will ein Teil der Unternehmen auf seine Gewinnspanne beim Bau der Transrapidstrecke verzichten, um der Magnetbahn-Technologie zum Durchbruch zu verhelfen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Stadt kündigt juristisches Sperrfeuer an


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Die Macht der Erzförderer wächst(15.05. 15:21)
Artikel Salzgitter mit Gewinnrückgang zum Jahresbeginn(15.05. 15:18)
Artikel KlöCo sieht Wachstum für Gesamtjahr(15.05. 15:11)
Artikel RWE verliert Hunderttausende Kunden(15.05. 15:07)
Artikel General Motors steckt im Problemsumpf fest(15.05. 12:30)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

HANDELSBLATT-TICKER

Alle News     Alle Indizes     RSS

TECHNOLOGIE
ArtikelJüngste Sternenexplosion in der Milchstraße
ArtikelLuftwände versperren Tabakqualm den Weg
QuizVielflieger gefragt
Lesen Sie aktuell auf   
US-Investor Icahn eröffnet das Feuer auf Yahoo
Hansens Eintritt in den Konzernvorstand
» weitere Meldungen
KÖPFE
15.05. 15:30 Nachfolgestreit überschattet Pleisters 60. Geburtstag
Eine offizielle Feier wird es heute nicht geben zum sechzigsten Geburtstag von Christopher Pleister. Das hat der Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken nicht gewollt. Dabei könnte es die letzte Gelegenheit sein, spotten Kritiker. Zwar will Pleister nach 2009 erneut kandidieren, doch nicht alle Genossen sind dafür.
15.05. 13:16 Aus eigener Züchtung
Nach 27 Jahren im Dienste des Drogeriemarktriesen dm führt Erich Harsch von Freitag an die Geschäfte der Kette. Vor seinem Vorgänger und Unternehmensgründer Götz Werner muss sich Harsch künftig im Aufsichtsrat verantworten - eine schwere Bürde für den Manager.
15.05. 11:53 Fitch entlässt Chef des deutschen Bankenteams
Die Ratingagentur Fitch verkleinert ihr Team zur Bonitätsbewertung von Banken in Frankfurt. Nach Angaben aus Finanzkreisen musste der Leiter des Frankfurter Bankenteams, Thomas von Lüpke, seinen Posten verlassen. Das vier Analysten umfassende Team werde nun von London aus geleitet.
ArtikelDer stille Macher zog der Cobra die Zähne  (15.05)
ArtikelWenn der Gegenspieler zum Chef wird  (15.05)
ArtikelEin echter Telekomfan  (14.05)
BILDERGALERIEN
Bildergalerie  Einmal Sterne und zurück
Von einer „Hochzeit im Himmel“ spricht Jürgen Schrempp, als er vor zehn Jahren, am 7. Mai 1998, die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler zur „Welt AG“ verkündet. „Wir können es jetzt mit jedem aufnehmen.“ Heute ist die Unternehmensehe längst geschieden. Einmal Sterne und zurück – die wichtigsten Meilensteine der Verbindung. Und: Wie Daimler und Chrysler heute dastehen.

Tino Andresen und Carsten Herz
Bildergalerie  Die wertvollsten Banken Europas
Die Finanzkrise wirkt sich massiv auf die Börsenwerte der europäischen Großbanken aus. Auch Rezessionsängste und enttäuschende Quartalszahlen verschrecken die Anleger. Das wirbelt die Rangfolge der Kreditinstitute durcheinander. Die Top ten der wertvollsten Banken Europas und wo die deutschen Institute stehen.

Bildergalerie  Die spektakulärsten Banken-Schieflagen seit 1974
Die deutsche Bankenszene hat schon so manchen Tiefschlag wegstecken müssen: Immer wieder gab es spektakuläre Pleite und bemerkenswerte Schieflagen von Instituten, die für Schlagzeilen sorgten. Ein Überblick über einige der spektakulärsten Fälle seit 1974.

Bildergalerie  28 Milliarden für die Anleger
Mit 28 Milliarden Euro schütten die Dax-Konzerne in diesem Jahr so viel Geld aus wie noch nie. Trotzdem gibt es auf den Hauptversammlungen Anlass, kritisch nachzuhaken – denn ob die Unternehmen auch im nächsten Jahr noch auf Rekordniveau verteilen, ist fraglich. Welche Konzerne die höchste Dividendenrendite aufweisen – und welche Fragen die Aktionäre welchem Unternehmen unbedingt stellen sollten.

Bildergalerie  Was Dax-Konzerne ihren Aufsehern zahlen
Die wachsende Professionalisierung deutscher Aufsichtsräte zahlt sich für die Mitglieder der Kontrollgremien in barer Münze aus. Die 30 Dax-Firmen ließen sich ihre Chefaufseher im vergangenen Jahr durchschnittlich 15 Prozent mehr kosten als im Vorjahr. Doch die Bezüge unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen enorm – ein Ranking.

Bildergalerie  Die größten US-Unternehmen
Welches sind die größten Unternehmen der Vereinigten Staaten? Wir zeigen die Topfirmen der weltweit wichtigsten Volkswirtschaft mit Logos und Chefs. Auch Informationen zu Umsatz und Ergebnis und deren Entwicklungen finden sich, ebenso Mitarbeiterzahl und Börsenwert – das ultimative Ranking.

Business-Wissen
Die neuesten Managementbücher, Fallstudien und Forschungsergebnisse von der Handelsblatt-Redaktion für Sie ausgewählt und auf den Punkt gebracht.
Dax-30-Klickspiel
AUSSENWIRTSCHAFT
ArtikelFinanzkrise belastet Indien-Geschäft
ArtikelImporte aus China fast verdreifacht
ArtikelMerkel lenkt den Blick auf Lateinamerika
BUSINESS-MONITOR
ExklusivmeldungTop-Manager fordern Vereinfachung des Steuersystems
ArtikelGroße Trends, große Chancen
ExklusivmeldungUnternehmen rüsten sich gegen Währungsrisiken
MARKTINFORMATIONEN
 DAX 7.081,05 -0,03%
 L-Dax 7.106,22 +0,17%
 TecDAX 861,39 -0,41%
 L-TecDAX 861,36 -0,37%
 Dow 12.992,66 +0,73%
 Nasdaq 2.031,34 +1,70%
 Nikkei 225 14.363,62 +1,74%
 DJGTitans 194,98 +0,20%
 Euro(USD) 1,5474 +0,21%
 Euro-Bund 113,18 -0,47%
 Gold NY 865,00 -1,26%
 Rohöl ($/B) 121,76 -2,22%
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Dt. Post 21,31 +2,65%
 Postbank 59,15 +2,58%
 Henkel 29,64 +2,42%
 MünchenerRück 121,05 -1,26%
 MAN 97,365 -1,51%
 Bayer 55,005 -1,67%
MARKTBERICHTE
ArtikelWall Street schließt dank Ölpreis und Yahoo im Plus  (15.05)
ArtikelDax: Quartalszahlen-Flut lässt Anleger kalt  (15.05)
ArtikelBörse Moskau: Gute BIP-Zahlen in Europa stützen  (15.05)

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Geschäftsführer-Quiz

Bei Fehlern drohen Geschäftsführern Haftungsfolgen. Testen Sie Ihr Wissen.
Vielflieger gefragt

Testen Sie Ihr Wissen rund ums Thema Fliegen im aktuellen Luftfahrt-Quiz.
Steuerpläne

Wann die deutschen Steuerzahler mit welchen Entlastungen rechnen dürfen.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick