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HANDELSBLATT, Montag, 14. April 2008, 12:34 Uhr
Zukunftsfähigkeit

Tage der Abrechnung


Angesichts der Finanzkrise und sich eintrübender Konjunkturerwartungen steht bei den diesjährigen Hauptversammlungen die Zukunftsfähigkeit vieler Firmen im Fokus. Ob die Konzerne im nächsten Jahr noch so viel Geld verteilen wie jetzt erwartet, erscheint mit jedem Tag zweifelhafter. Die wichtigsten Fragen für Aktionäre.


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28 Milliarden für die Anleger  (14.04. 13:35)

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Tabelle: Dividendenausschüttung der Dax-30-Unternehmen  (14.04. 13:43)

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Die Henkel-Zentrale in Düsseldorf. Das Unternehmen ist am Montag einer ersten Dax-Konzerne, der zur Hauptversammlung lädt. Foto: dpa
Bild vergrößernDie Henkel-Zentrale in Düsseldorf. Das Unternehmen ist am Montag einer ersten Dax-Konzerne, der zur Hauptversammlung lädt. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Die Hauptversammlung gilt als der Tag der Eigentümer. Verbal und monetär. Aktionäre sollten in diesem Jahr allzu blumige Worte ganz besonders kritisch hinterfragen. Offene Flanken bieten sich angesichts eingetrübter Ertragsaussichten zur Genüge. Üppige Dividenden sind kein Beleg für rosige Aussichten.

Finanziell dürfen Aufsichtsräte, Vorstände und Aktionäre die heute mit dem Waschmittelkonzern Henkel startende Hochphase der Hauptversammlungs-Saison als Spitzenjahrgang verbuchen. Mit knapp 28 Mrd. Euro schütten die 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) so viel Geld aus wie noch nie: 17 Prozent mehr als 2007 und doppelt so viel wie noch vor drei Jahren. Elf der 30 Dax-Konzerne reichen mehr als eine Milliarde Euro weiter. Im April und Mai fließt so viel Geld an die Aktionäre, dass sich damit die Commerzbank und obendrauf der rasant wachsende Autozulieferer Continental kaufen ließen.


Bildergalerie Bildergalerie: Die höchsten Dividendenrenditen und die dringendsten Fragen der Anleger


Mit durchschnittlich 3,5 Prozent erzielen Anleger mit den Dax-Firmen eine Dividendenrendite, die dem jährlichen Zinsertrag langlaufender Staatsanleihen gleichkommt. So eine hohe Kennzahl – sie ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Aktienkurs und Dividende – spiegelt üppige Erträge bei niedrigen Börsenkursen angesichts großer Sorgen wider.

Abgesehen von der Deutschen Telekom, die 600 Mill. Euro netto verdiente, aber mit 3,4 Mrd. Euro am meisten ausschüttet, können sich die meisten Konzerne ihre Dividenden gut leisten. Die durchschnittliche Ausschüttungsquote entspricht mit 40 Prozent internationalem Niveau und lässt den Unternehmen Luft, in schwierigen Jahren Kontinuität zu wahren, ohne an die Substanz gehen zu müssen.

Paradebeispiel dafür sind zwei Finanzinstitute. Trotz Milliardenabschreibungen erhöht die Deutsche Bank ihre Dividende um 50 Cents auf 4,50 Euro. Doch dank gestiegener Gewinne schüttet der Branchenprimus nur 35 Prozent seines Gewinns aus. Beim Versicherungskonzern Allianz steigt die Dividende zwar um fast 50 Prozent und soll nach Aussage von Vorstandschef Michael Diekmann für die herben Kursverluste entschädigen. Doch gemessen am Gewinn erhöht sich die Quote nur von 20 auf 30 Prozent. Das Polster für schlechte Zeiten bleibt dick.

Noch hinterlässt die Finanzmarktkrise keine Spuren: 25 der 30 Dax-Konzerne erhöhen ihre Dividenden. Weniger Geld als 2007 gibt es nur beim angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate und beim Versorger RWE. Mit fast 80 Prozent erhöht die Lufthansa die Ausschüttungen am stärksten. Anleger profitieren vom verdoppelten Reingewinn und vom Verkaufserlös von Thomas Cook. Dass ihn die Lufthansa nicht als „Sonderdividende“ deklariert, deutet auf viel Zuversicht des Managements hin, 2009 Kontinuität wahren zu können.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Dividenden folgen rücklaufender Gewinnentwicklung.


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