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HANDELSBLATT, Donnerstag, 8. Mai 2008, 13:02 Uhr
Quartalszahlen

Hohe Nachfrage für Blu-ray-Maschinen überrascht Singulus

Nach dem Ende des Formatstreits bei der DVD-Nachfolgetechnologie verzeichnet Singulus einen Nachfrageboom für seine Spezialanlagen. Der Anlagenbauer hob daher am Donnerstag seine Auftragsprognose an. Die bisher für 2008 erwartete Zahl an Bestellungen wurde bereits im ersten Quartal übertroffen.


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HB FRANKFURT. Für 2008 würden nun rund 30 Bestellungen für Maschinen zur Herstellung von Blu-ray-Scheiben, die wesentlich größere Datenmengen speichern können als DVDs, erwartet, teilte der im nordbayerischen Kahl ansässige Konzern mit. Bislang hatte Singulus mit rund 20 Bestellung gerechnet, allein im ersten Quartal kamen aber bereits 21 Aufträge herein. Wertmäßig stieg der Auftragseingang im Zeitraum Januar bis März auf 84,4 Mill. Euro von 60,4 Mill. im Vorjahr.

„Der deutliche Anstieg des Auftragseingangs im ersten Quartal war fast unerwartet“, sagte Vorstandschef Stefan Baustert. Anfang Januar hatte sich der von Sony entwickelte Blu-ray-Standard gegen das konkurrierende Format von Toshiba durchgesetzt. Im Vorjahr hatte Singulus wegen der Unklarheit über das künftige Format für den DVD-Nachfolger lediglich fünf Blu-ray-Anlagen verkauft. Mit der Übernahme des Blu-ray-Geschäfts vom Schweizer Konkurrenten Oerlikon ist Singulus unangefochtener Marktführer bei der Produktion von Blu-ray-Maschinen. Angestrebt ist ein Marktanteil von mehr als 65 Prozent.

SINGULUS TECHNOL.
Chart: SINGULUS TECHNOL.
Analystenmeinung

In der Bilanz des ersten Quartals schlug sich noch die Auftragsflaute der vergangenen Monate nieder. Der Umsatz brach auf 30,3 (Vorjahr: 49,8) Mill. Euro ein und lag unter den Erwartungen von Analysten. Das Ebit stieg auf rund 300 000 (200 000) Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 39 000 Euro nach 700 000 Euro im Vorjahr. Analysten hatten im Vorfeld jedoch Verluste erwartet. Die im TecDax gelistete Singulus-Aktie legte in einem insgesamt schwächeren Markt knapp ein Prozent auf 9,48 Euro zu.

Durch den Blu-ray-Boom verbesserten sich auch die Margen, erläuterte Baustert. „Die Deckungsbeiträge der Blu-ray-Anlagen sind einfach besser.“ Beim Geschäft mit Maschinen zur Produktion von CDs und DVDs rechnet der Konzernchef mit Rückgängen. Im laufenden Jahr werde die Zahl der Aufträge für CD-Anlagen auf etwa 50 von 80 im Vorjahr zurückgehen. Für DVD-Maschinen erwartet er 80 bis 100 Aufträge nach 100 Orders 2007.

Für die Solarsparte Stangl ist Baustert zuversichtlich. „Solar ist zur Zeit fast ein Selbstläufer.“ Singulus hatte das Unternehmen gekauft, um sich ein zweites Standbein neben dem schwankungsanfälligen Speichermedien-Geschäft zu schaffen. Für Stangl geht Baustert weiterhin von einem Umsatzwachstum von mindestens 40 Prozent im laufenden Jahr aus. Eine Umsatz- oder Gewinnprognose für den Gesamtkonzern will Singulus jedoch erst zum Halbjahr 2008 wagen.


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