Solche Veränderungen in der Branche sind letztlich auch Motor hinter dem hektischen Übernahmegeschehen mit mehr als einem Dutzend größerer Deals seit Anfang 2004, darunter zum Beispiel die Übernahme von Hexal durch Sandoz/Novartis, Ivax durch Teva und Pliva durch Barr. Ziel ist es zum einen, möglichst schnell Größenvorteile in Produktion und Vertrieb aufzubauen, zum anderen neue Märkte in Ost- und Südeuropa zu erschließen, wo Markengenerika mit höheren Margen vorläufig noch eine größere Rolle spielen.
Den großen Anbietern bescherten die Übernahme-Strategien Wachstumsraten von durchschnittlich etwa 20 Prozent seit Anfang des Jahrzehnts. Die Expansion hat allerdings ihren Preis – in Gestalt eines überdurchschnittlich hohen Kapitaleinsatzes. Bei der Novartis-Tochter Sandoz etwa haben sich in den letzten sechs Jahren Umsatz und Ergebnis um den Faktor vier erhöht, das eingesetzte Kapital um den Faktor acht. Noch drastischer geht die Schere bei der expansionshungrigen Actavis-Gruppe aus Island auseinander. Im Schnitt sind daher die Kapitalrenditen deutlich geschrumpft. Der Abstand zur etablierten Pharmabranche hat sich in dieser Hinsicht eher vergrößert, während man sich bei den Bewertungen in Relation zum Umsatz fast auf Augenhöhe bewegt.

