Tevas Marktanteil ist daneben kaum darstellbar. Obwohl der israelische Mutterkonzern weltweit der größte Hersteller von Nachahmerpräparaten (Generika) ist, bekommt er in Deutschland kaum einen Fuß auf den Boden. Mit einem Jahresumsatz von 170 Mill. Euro erreicht das Unternehmen auf dem zweitgrößten Generika-Markt der Welt noch nicht einmal einen Anteil von einem Prozent. „Das wird sich ändern, wenn unser Rabattvertrag mit der AOK greift“, sagte Ewers. In den kommenden fünf Jahren hofft er, den Marktanteil auf drei Prozent zu vervielfachen.
Auch die AOK erwartet sich von der Vereinbarung Vorteile. Die 43 Wirkstoffe, die im Rahmen des ersten bundesweit gültigen Rabattvertrags ausgeschrieben wurden, kosten die Ortskrankenkassen nach Berechnungen der Marktforscher von Insight Health derzeit etwa 3,2 Mrd. Euro im Jahr. Die AOK erwartet nach eigenen Angaben durch die Rabattverträge Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich. Im September soll daher eine zweite Ausschreibung für weitere Wirkstoffe folgen.
Über die Höhe der Preisnachlässe bei den einzelnen Präparaten kursieren höchst unterschiedliche Angaben. Während bei der AOK von Preisdifferenzen von bis zu 37 Prozent die Rede ist, beziffern die Hersteller den Rabatt auf 0,5 bis drei Prozent. Diese enorme Spanne macht deutlich, wie stark die Generika-Preise in Deutschland variieren. Für den Vergleich ziehen die Hersteller die billigsten, die AOK die teuersten Konkurrenzprodukte heran.
Für Branchenexperten ist es aber noch nicht ausgemacht, dass die AOK-Verträge die Marktmacht der großen Drei brechen werden. „Viel wird davon abhängen, ob es den AOK-Landesverbänden gelingt, die Ärzte zum Mitmachen zu bewegen“, sagt Jürgen Rost von Insight Health.
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