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14.05.2007 

Auch bei Novartis Deutschland kann man den Gesundheitsreformen durchaus gute Seiten abgewinnen. „Kassen können sich über ihr Leistungsspektrum differenzieren“, lobt Maag. Richtig funktionieren könne der Wettbewerb jedoch erst dann, wenn die deutsche Gesundheitspolitik vom „Korsett der Überregulierung“ befreit werde.

Danner geht davon aus, dass weitere Medikamentengruppen auf Betreiben des IQWiG unter Druck geraten. Besonders gefährdet seien Produkte wie Krebsmedikamente oder Pharmaka, die eine unerwünschte Immunreaktion des Körpers unterdrücken. Nach Marktforschungsdaten von Insight Health verzeichnen diese Medikamente in Deutschland zweistellige Wachstumsraten.

In der Branche ist man sich der neuen Risiken durchaus bewusst. „Die Zeiten, in denen wir nur die Wirksamkeit und das Nebenwirkungsprofil von Medikamenten dokumentieren mussten, sind vorbei“, weiß Novartis-Chef Maag. Das Unternehmen bezieht bereits pharmaökonomische Daten in seine Entwicklungsstudien ein. „Dafür sind jedoch deutlich höhere Patientenzahlen nötig, was die Entwicklungskosten nach oben treibt“, betont Maag.

Der Tipp von Unternehmensberater Danner: „Die Pharmaunternehmen sollten jetzt unbedingt versuchen, ihre Mitarbeiter gesundheitspolitisch zu schulen und pharmaökonomische Fragen in den Mittelpunkt zu stellen.“


Ein Milliardenmarkt mit Tücken

Umsatzstark: Die deutsche Pharmaindustrie setzte im Jahr 2006 laut Angaben des Pharmaverbands VFA 27,9 Mrd. Euro um; knapp die Hälfte davon wurden im Ausland erzielt.

Absatzstark: Der deutsche Pharmamarkt ist der größte in Europa und weltweit die Nummer drei. Bei den pro-Kopf-Ausgaben rangiert Deutschland – auch wegen des hohen Marktanteils von Nachahmerpräparaten – weiter unten. Nach VFA-Angaben geben die Deutschen mit umgerechnet 262 Dollar im Jahr weniger aus als Amerikaner, Japaner und Franzosen.

Ausgabenstark: Deutsche Gesundheitspolitiker versuchen seit Jahren, die Ausgaben der Kassen für Medikamente zu senken. Mit einigem Erfolg: Während die Ausgaben der Verbraucher insgesamt zweistellig zulegten, sanken zwischen 1995 und 2005 die Preise für die von den Kassen bezahlten Medikamenten laut VFA um zwei Prozent.

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