Zumindest bei der Verordnung an Dialyse-Patienten gibt die gestrige Entscheidung der Herz- und Nierenspezialisten Entwarnung. Das von der FDA befragte Fachgremium entschied sich mit 14 zu fünf Stimmen dagegen, Höchstwerte für die Konzentration roter Blutkörperchen festzulegen.
Für die im Dax notierte Fresenius-Tochter FMC kam die Entscheidung nach Angaben eines Sprechers nicht überraschend. „Die amerikanische Fachgesellschaft hat bereits eine Empfehlung für den maximalen Hämoglobinwert bei Dialyse-Patienten ausgesprochen“, sagte ein Konzernsprecher. An diesen Wert hielten sich die Kliniken des Konzerns bereits. „Unsere Einrichtungen liegen beim Epo-Einsatz in den USA im unteren Mittelfeld“, fügte er hinzu.
Gleichwohl wertete Thomas Jones, Healthcare-Analyst bei JP Morgan, die Entscheidung als positiv für Dialyse-Anbieter wie FMC, Da Vita und Gambro. Der Marktführer FMC hat für die Vermarktung des Mittels eine Partnerschaft mit Amgen geschlossen, die einen besonders günstigen Einkaufspreis vorsieht. Von Medicare, einer Art Krankenkasse für Senioren und chronisch Kranke, erhält der Konzern für jeden Dialyse-Patienten eine Rückerstattung, die sechs Prozent über dem durchschnittlichen Einkaufspreis aller US- Dialyse-Kliniken liegt.
Im Lager der Pharma-Analysten nahm man die Entscheidung des Expertengremiums zum Anlass, die Amgen-Aktie neu zu bewerten. Mit ihrer Heraufstufung gaben UBS und Merrill Lynch der Amgen-Aktie zusätzlichen Schub. Bei J&J hielten sich die Kursgewinne dagegen in Grenzen, ebenso bei den Generikafirmen Stada und Novartis, die an preiswerten Nachahmervarianten der Epo-Präparate arbeiten.

