Deutscher Arzneihersteller steigern Wert: Durchschnittliche Wachstumsraten 2002-2006. Grafik: Handelsblatt
Mittelfristig wird es für die Unternehmen nach Einschätzung von Branchenkennern wichtig sein, ihre Produktprogramme durch weitere Zukäufe zu verstärken. „Zunächst dürfte aber das Verdauen der Übernahmen im Vordergrund stehen“, sagt Schumacher.
Ein differenziertes Bild ergibt sich auch mit Blick auf den Standort Deutschland einschließlich der ausländischen Firmen. Als Pharma-Produktionsstandort bewerten die Experten von A.T. Kearney Deutschland unverändert positiv. Der Standort sei aufgrund vorhandener Ressourcen und eines hohen Ausbildungsniveaus weiterhin fester Bestandteil vieler globaler Produktionsnetzwerke und werde vor allem für innovative Produkte genutzt, erläutert Schumacher.
Schwieriger sieht es aus Sicht der Berater dagegen in der Forschung aus. Abgesehen von dem Roche-Standort im bayerischen Penzberg gebe es keine „Center of Excellence“ in Deutschland. Im Bereich der klinischen Studien verliert Deutschland nach Einschätzung von A.T. Kearney an Boden gegenüber Ländern in Osteuropa und Asien. Das deckt sich mit Daten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), nach denen die Zahl der angemeldeten klinischen Prüfungen seit 2004 um rund ein Viertel zurückgegangen ist.
Die deutschen Hochschulen können aus Sicht der Experten im internationalen Vergleich, insbesondere gegenüber den USA und Großbritannien, nach wie vor nicht mithalten. „Dieser Standortnachteil lässt sich trotz aller aktuellen Anstrengungen kurzfristig nicht beheben“, so Schumacher. Möglicherweise sei dies auch ein Grund dafür, dass deutsche Biotechfirmen noch immer kein eigenes Produkt zur Marktreife entwickeln konnten und daher von Investoren als hohes Risiko eingestuft würden.
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