Der Münchner SPD-Oberbürgermeister Christian Ude, der das Projekt ablehnt, nahm die Vereinbarung von Montagabend nicht sonderlich wichtig. Seit 1980 werde ein „endgültiger Durchbruch“ nach dem anderen angekündigt, sagte Ude am Dienstag in München. Er halte die Finanzierung für völlig ungesichert. „Niemand glaubt im Ernst, dass es bei 1,85 Milliarden Euro bleibt.“ Diese Zahl werde benutzt, um die Öffentlichkeit zu überrumpeln. Experten gingen heute schon von 2,2 Milliarden Euro aus, was auch noch sehr optimistisch sei, sagte Ude.
Sollte das umstrittene Projekt im Planfeststellungsverfahren befürwortet werden, kündigte Ude eine Klage der Landeshauptstadt an. Er sprach sich außerdem für einen Bürgerentscheid aus.
Ude verwies zudem darauf, dass seine Kommune ebenso wie der Freistaat und der Bund Gesellschafter des Münchner Flughafens sei. Die Verkehrsanbindung mit dem Transrapid sei als Ausbau zu werten, bei dem ein einstimmiger Beschluss der Gesellschafter notwendig sei. „Eine Zustimmung der Stadt München kommt nicht in Frage“, erklärte Ude, der in dieser Frage notfalls auch vor Gericht ziehen will. Als Gründe gegen die Magnetschwebebahn nannte Ude neben den Umweltauswirkungen auch die Lärmbelastungen für die Anwohner.
Stoiber hatte sich am Montagabend den Chefs der Bahn, der Systemlieferanten Thyssen-Krupp und Siemens sowie der drei beteiligten Bauunternehmen getroffen, um Zusagen für eine Lücke über 165 Millionen Euro zu erreichen. Thyssen-Krupp und Siemens ließen dabei je 25 Millionen Euro nach, die Bahn sagte 50 Millionen Euro mehr zu und der Freistaat Bayern 15 Millionen. Die fehlenden 50 Millionen Euro sollten von der EU kommen.