Nun also ist Bayer
an der Reihe
Und für viele Bürger ist schon das Transparent des Chemiekonzerns an Breuers Stand ein rotes Tuch. Sie haben nicht nur Angst vor dem gefährlichen Gas, sondern auch davor, dass die Häuser in unmittelbarer Nähe zur Pipeline an Wert verlieren.
Schon seit Monaten organisieren sich zahlreiche Anwohner daher in Initiativen, sammeln Unterschriften und fordern den sofortigen Bau-Stopp für die Pipeline. Ihre Argumente: Kohlenmonoxid ist zwar völlig farb-, geschmack- und geruchlos, allerdings schon in geringen Mengen tödlich. "Dass dieses Giftgas nur wenige Meter neben unseren Häusern durch die Erde strömen soll, können wir einfach nicht akzeptieren“, sagt Wolfgang Cüppers, Vorstandsvorsitzender der Interessengemeinschaft Erkrath, die seit rund einem halben Jahr gegen die Pipeline mobilmacht.
Die Rohrverbindung zwischen den beiden Bayer-Werken
in Krefeld-Uerdingen und Dormagen macht zumindest wirtschaftlich durchaus Sinn: Während das Werk in Uerdingen Kohlenmonoxid (CO) dringend zur Produktion von Spezialkunststoffen für die Herstellung von CDs, Brillen oder Scheinwerfern benötigt, verfügt der Standort Dormagen über ausreichende Kapazitäten, um das Gas herzustellen.
"Die Pipeline ist notwendig“, sagt Werner Wenning, Vorstandschef von Bayer.
"Für eine reibungslose Rohstoffversorgung unserer Produktion brauchen wir ein standortübergreifendes Verbundsystem.“ Außerdem soll die Gasröhre nach Konzernangaben Arbeitsplätze, Standorte und Steuereinnahmen sichern und so dem Allgemeinwohl dienen.
Aus diesen Gründen haben auch die Landesregierung und der Landtag von Nordrhein-Westfalen das Projekt abgesegnet. Obwohl sogar im Planfeststellungsbeschluss eine theoretische Gefährdung der Menschen nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden die notwendigen Baugenehmigungen ebenfalls erteilt. Sämtliche Beschwerden gegen diesen Beschluss lehnte das Verwaltungsgericht im Eilverfahren ab.
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