Auch außerhalb Russlands sieht Oesterle im kommenden Jahr Möglichkeiten für Zukäufe. Im Blick habe er vor allem Osteuropa. Die Welle der Empörung, die Celesio
mit der Akquisition der Apothekenkette Doc Morris bei den Apothekern ausgelöst hatte, ebbe ab, sagte er.
Mit der Übernahme trat Celesio
in direkte Konkurrenz zu seinen Kunden. Einige Apotheker wechselten daraufhin zu Konkurrenten wie Phoenix oder Anzag. "Wir haben in Deutschland leicht Marktanteile verloren, aber die ursprüngliche Emotionalität ist einem nüchternen Blick gewichen“, sagte Oesterle.
Der Zulauf zu Doc Morris sei weiterhin groß. Anfang Dezember habe Celesio
bereits hundert Partnerverträge für die Apothekenmarke abgeschlossen und damit sein Ziel für 2007 frühzeitig erreicht.
Der Firmenchef rief die Konkurrenten auf, die seiner Ansicht nach ruinösen Rabattschlachten zu beenden und zu einer "vernünftigen Preisgestaltung“ zurückzukehren. "Diese Art von Wettbewerb muss enden. Wir schaden damit unserem Geschäft mehr, als es politische Eingriffe je tun könnten.“ Die Pharmahändler werben mit Preisnachlässen um die Gunst der Apotheken, die sich oft zusammenzuschließen, um höhere Rabatte beim Einkauf von Medikamenten zu bekommen.

