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28.12.2007 

In dieser Situation wächst der Anreiz für die etablierten Pharmahersteller, ihre Preise zu senken und auf einen höheren Mengenabsatz zu setzen. "Es ist für uns letztlich nicht gleichgültig, ob unsere Anlagen noch laufen oder nicht", erklärt Sanofi-Aventis-Manager Meier. Setzt sich dieser Trend fort, verwischen künftig die Grenzen zwischen forschenden Herstellern und Generikafirmen.

Ähnliche Tendenzen sind bereits im Ausland erkennbar. Der US-Konzern Merck & Co. offerierte deutliche Preissenkungen, nachdem sein Cholesterinsenker Zocor 2006 den Patentschutz verloren hatte. Pfizer brachte für mehrere seiner Produkte nach Patentablauf eigene Generika-Versionen auf den Markt.

Ob die neuen Strategien auf dem deutschen Markt erfolgreich sein werden, bleibt abzuwarten. Eine Herausforderung für die Pharmakonzerne besteht darin, dass sie für ihre Medikamente mit abgelaufenem Patentschutz, soweit es geht, flächendeckende Rabattverträge mit den Krankenkassen benötigen. Sie müssen bei den Ärzten möglichst von vornherein das Bewusstsein verankern, dass sie ihre Patienten gar nicht erst auf preiswerte Generika umzustellen brauchen. Die Krankenkassen tun sich jedoch bisher noch schwer, frühzeitig eine Vielzahl von Rabattverträgen zu bearbeiten.

Einige Pharmakonzerne bieten den Kassen deswegen umfassende Vereinbarungen zum Start neuer Präparate an und setzen damit auf einen anderen Weg: Der Baseler Konzern Novartis etwa vereinbarte für das neu zugelassene Mittel Aclasta (gegen Knochenschwund) vor kurzem ein sogenanntes "risk sharing" mit der DAK. Der Konzern erstattet danach die Kosten für die Patienten zurück, bei denen es trotz Behandlung mit Aclasta zu Knochenbrüchen kommt. Die Pharmariesen reagieren damit auch auf die wachsende politische Kritik an angeblichen überzogenen Medikamentenpreisen.


Kränkelnde Branche

Wenig Schwung: Im Schnitt legten die Umsätze der führenden Pharmakonzerne im dritten Quartal weltweit nur noch um gut fünf Prozent zu gegenüber fast neun Prozent im ersten Halbjahr. Mit Pfizer, Glaxo-Smithkline und Novartis wiesen im abgelaufenen Quartal drei Topkonzerne sogar Umsatzrückgänge aus.

Hoher Druck: Das Marktforschungsunternehmen IMS Health rechnet damit, dass die Branchenumsätze auch im kommenden Jahr nur noch um fünf bis sechs Prozent zulegen. Hauptgrund sind Patentabläufe und wachsende Konkurrenz.


Tabelle  Infografik: Pharmaumsatz 2006


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