Die Ertragszahlen der vergangenen fünf Jahre sprechen dabei klar für den Chemiekonzern BASF.
Seit 2003 erwirtschaftet er im operativen Geschäft einen freien Cash-Flow von durchschnittlich gut drei Mrd. Euro pro Jahr, etwa doppelt so viel wie Bayer.
Auch der Betriebsgewinn sowie Umsatz- und Kapitalrenditen sind bisher deutlich höher als bei Bayer
und dürften auch 2007 die Werte der Leverkusener übertreffen. Analysten erwarten dabei für beide Konzerne im Gesamtjahr weitere operative Ertragssteigerungen, wobei Bayer
zusätzlich von einem Sondergewinn aus dem Verkauf der Labordiagnostika-Sparte (an Siemens)
profitiert. Die BASF
legt ihre Zahlen am Donnerstag vor, Bayer
folgt eine Woche später. Mit großer Spannung werden vor allem die Aussagen der beiden Konzerne zum Jahr 2008 erwartet.
Was die mittelfristigen Perspektiven angeht, sehen Investoren derzeit offenbar bei Bayer
die besseren Karten. Darauf deutet unter anderem das deutlich höhere Kurs-Gewinn-Verhältnis. Grundlage dafür sind vor allem die überwiegend optimistischen Einschätzungen für das Gesundheits- und Pharmageschäft der Leverkusener. Es gilt im Falle einer globalen Konjunkturflaute als wesentlich weniger gefährdet als die umfangreichen Chemieaktivitäten der BASF.
Als Stärke von Bayer
gilt unter anderem die Tatsache, dass im Pharmageschäft relativ wenige reguläre Patentabläufe bevorstehen und gleichzeitig einige Neuentwicklungen wie das Krebsmittel Nexavar und das Thrombosemittel Xarelto relativ hohe Wachstumschancen bieten. Analysten von JP Morgan
sprachen jüngst gar von der "Festung am Rhein" mit Blick auf die konjunkturrobusten Eigenschaften des Leverkusener Konzerns. Sie sehen bei Bayer
nur knapp 40 Prozent des Geschäfts vom allgemeinen Wirtschaftswachstum abhängig, bei BASF
dagegen rund 80 Prozent.
Mit den Strukturen verändern sich auch Risiken und externe Einflussfaktoren. Während bei BASF
Weltkonjunktur, Ölpreis und die Kapazitätssituation in der Chemiebranche den Rahmen vorgeben, gewinnen für Bayer
spezifische Risiken im Pharmageschäft an Gewicht. Dazu gehört etwa der Patentstreit um das umsatzstarke Verhütungsmedikament Yasmin, der möglicherweise in den nächsten Wochen entschieden wird. Fällt das Urteil negativ aus, könnte Bayer
einen Wachstumsträger verlieren.
Beim Thrombosemittel Xarelto, dem Analysten Umsätze von mehr als fünf Mrd. Euro zutrauen, muss der Konzern zunächst noch die Sicherheit für den Einsatz in der Langzeitbehandlung nachweisen.

