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20.02.2008 

Kommen die Demokraten an die Macht, kann sich die Pharmabranche auf ein deutlich stärker reguliertes Gesundheitssystem einstellen, erwarten Analysten. Die demokratische Kandidatin Hillary Clinton will eine gesetzliche Krankenversicherung für alle Amerikaner durchsetzen. Durch Preisverhandlungen mit Pharma-Unternehmen will sie zudem die Kosten senken. Parteikonkurrent Barack Obama will ebenfalls die Krankenversicherung für alle, setzt dabei aber auf das Nebeneinander von privatem und öffentlichem Versicherungssystem. Bessere Präventivmedizin und größere staatliche Programme für öffentliche Gesundheit sollen zu mehr Kostenkontrolle beitragen.

Der republikanische Kandidat John McCain wiederum will den Wettbewerb unter den Leistungsanbietern forcieren und durch Steuererleichterungen erreichen, dass mehr Amerikaner eine Krankenversicherung abschließen.

"Man kann davon ausgehen, dass die Krankenversicherungen - egal ob staatlich oder privat - ihre Einkaufsmacht weiter bündeln und entsprechenden Druck auf die Preise ausüben", sagt Natz vom BPI. Bereits jetzt gibt es Rabattverträge staatlicher Versicherungssystemen wie Medicare (für Rentner) oder Medicaid (für die, die sich keine private Krankenversicherung leisten können oder nicht durch den Arbeitgeber versichert sind) mit den Pharmaunternehmen. Aber auch die privaten Krankenkassen handeln mit den Herstellern Medikamentenpreise aus, die sie für erstattungsfähig halten.

Dennoch, so zeigt eine Studie von Pricewaterhouse Coopers, gibt es noch Spielraum nach unten. Während laut US-Gesundheitsministerium 2006 durchschnittlich ein Preisnachlass von 27 Prozent auf den Listenpreis gewährt wurde, haben die staatlichen Programme in Verhandlungen mit den Herstellern zum Teil über 50 Prozent Rabatt erzielt.

"Der Druck auf die Preise wird steigen, wenn die Demokraten an die Macht kommen", meint auch Barbara Ryan von Deutsche Bank Securities. Und die Generika dürften ihren Marktanteil von aktuell 68 Prozent weiter ausbauen, vermutet sie. Denn im Zuge von Kostensenkungen werden immer mehr günstigere Generika auf die Positivlisten der staatlichen Versorgungssysteme kommen.

Zusätzlicher Druck also für die forschenden Pharmahersteller - die im Moment an der Börse ohnehin nicht als sicherer Hafen gelten.

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