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HANDELSBLATT, Donnerstag, 13. März 2008, 18:07 Uhr
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Kleine Sportarten haben es schwer. Fußball dagegen ist gefragt wie nie. Jüngst hat Ihnen Nike den Vertrag mit dem Französischen Fußball-Verband weggeschnappt. Die Amerikaner zahlen künftig pro Jahr mehr als 40 Millionen Euro. Schmerzt Sie der Verlust?

Wir hätten Frankreich haben können, wenn wir gewollt hätten. Aber der geforderte Betrag stand in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag. Im Gegenzug sichern wir uns ja auch Teams von der Konkurrenz, etwa die Nationalmannschaft von Mexiko. Und in den USA war es entscheidend, dass wir die NBA bekommen haben und Universitäten wie die in Michigan jetzt neu ausstatten.

Die Deutsche Fußball-Liga DFL hat erstmals eine Ausschreibung für einen offiziellen Spielball der Bundesliga gestartet. Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Ich denke, dass wir eine gute Ausgangslage haben. Der DFB, die DFL und die Vereine wissen, dass wir gutes Design und gute Bälle liefern. Aber auch in diesem Fall gilt, dass wir nicht jeden Preis zahlen. Letztlich müssen wir immer abwägen: Was für ein Geschäft erwächst uns aus so einem Deal, und was ist uns das positive Image wert, das wir dafür bekommen.

Warum geben Sie überhaupt Millionen dafür aus, um Sportler und Sportarten zu sponsern?

Vor allem junge Menschen identifizieren sich mit ihren Idolen. Die wollen sehen, was die für eine Ausrüstung tragen. Eine Sportmarke wie Adidas muss einfach im Spitzensport verankert sein, damit sie glaubwürdig ist. Damit wir uns nicht missverstehen: Wir überprüfen unser Sponsoring permanent und trennen uns auch von Sportlern und Mannschaften.

Puma, ihr fränkischer Lokalrivale, hat jüngst einen hoch dekorierten Londoner Modemacher als Chefdesigner verpflichtet. Ziehen Sie jetzt nach?

Nein, wir wollen keinen Stardesigner als festangestellten Mitarbeiter. Das liegt einerseits daran, dass wir bereits mit bekannten und erfolgreichen Leuten wie Yohji Yamamoto und Stella McCartney zusammenarbeiten. Andererseits haben wir 220 Designer im Haus, das sind Top-Leute, die laufend Auszeichnungen gewinnen. Da muss ich nicht einen Einzelnen über alle anderen stellen. Bei uns ist die Marke der Star.

Adidas macht immer mehr eigene Läden auf. Warum trauen Sie den Händlern nicht mehr?

Eine unserer ganz großen Aufgaben ist es, noch näher an die Kunden heran zu kommen. Oft sind wir heute einfach noch nicht so vertreten, wie wir uns das vorstellen. Wir merken, dass unsere Umsätze in Ländern wie Russland, der Türkei und China explodieren, seit wir dort eigene Läden haben.


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