Welches Ziel haben Sie für 2008 in Russland? 2007 haben wir 6000 Fahrzeuge verkauft. Dieses Jahr wollen wir den Absatz noch einmal deutlich steigern. Sie produzieren leichte Nutzfahrzeuge in Deutschland und Polen, schwere Trucks und Busse in Brasilien, ab nächstem Jahr wollen Sie einen Pick Up in Argentinien bauen. Eine ziemlich zersiedelte Struktur… …wir sind nicht zersiedelt. Ich bin froh, dass wir schon Regionen außerhalb Europas erschlossen haben. Das Geschäft mit großen Lastwagen in Brasilien haben wir vor einigen Jahren aus einem tiefroten Bereich in einen satten schwarzen geführt. Dort haben wir ein gutes zweistelliges operatives Ergebnis erreicht. Und das ist noch ausbaufähig. Brasilien wird auch einer der Hauptmärkte für unseren Robust Pick Up sein. Wie verschaffen Sie sich in Südamerika einen authentischen Eindruck von Ihren Ich spreche mit vielen Leuten, um nicht nur das Bild zu bekommen, das einem auf Hochglanzfotos vermittelt werden soll. Das mache ich übrigens in Hannover genauso: Wenn ich eine Stunde Luft habe, schnappe ich mir meinen Overall und schaue, was sich in der Fertigung getan hat und spreche mit den Leuten am Band. Wie können Sie in den stagnierenden Märkten
Westeuropas zulegen – etwa durch passgenaue Angebote an kleine Gewerbetreibende? Da kann man sicher noch etwas herausholen. Das versuchen wir auch ganz eng mit unseren Financial Services. Wir kommen nur noch weiter, wenn wir sehr tief auf die Bedürfnisse einzelner Kundengruppen eingehen. Zum Beispiel auf Dachdecker. Die arbeiten aus verständlichen Gründen in den Wintermonaten weniger. Denen bieten wir ein Modell an, in dem sie höhere Leasingraten bezahlen, wenn sie voll arbeiten. Im Winter, wenn das Auto nur in der Garage steht, werden sie mit niedrigeren Raten entlastet. An diese Kundengruppen wendet sich auch der VW Crafter, den Daimler auf Basis des eigenen Modells Sprinter baut. Ist die Kooperation erfolgreich? Wir sind prozentual ein wenig stärker gewachsen als Daimler mit dem Sprinter – wir kommen aber auch von einer niedrigeren Marktposition. Generell haben wir in einer sehr intensiven Zusammenarbeit ein sehr gutes Produkt gemacht. Das gemeinsam erzielte höhere Volumen nützt beiden. Wir differenzieren uns durch die Front und Aggregate. Unser Design hat sicher zum Erfolg beigetragen. Reicht Ihnen die vereinbarten Stückzahlen? Wir möchten mehr haben. Darüber sind wir mit Daimler in Gesprächen. Sie kooperieren auch mit Ihrem Großaktionär Porsche. In Hannover werden Sie die Karosserien für den Porsche-Viertürer Panamera bauen. Eine Einabhnstraße – oder profitieren Sie auch vom Porsche-Know-How? Durch die Vorarbeiten beim Projekt Porsche Panamera lernen wir eine Menge an konsequentem und striktem Projektmanagement. Porsche ist da hervorragend aufgestellt. Porsche-Mitarbeiter sind regelmäßig in Hannover – und unsere Teams sind in Stuttgart. Das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Porsche lernt bei uns in der Großserienfertigung – und wir lernen in den spezifischen Dingen, wo Porsche sehr gut ist, eine ganze Menge. Porsche Consult hat uns übrigens schon vor drei Jahren beim Anlauf des T5 geholfen, Produktionsprozesse zu straffen. Lesen Sie weiter auf Seite 3: Stephan Schaller über die Bedeutung von Transparenz | ||||||||||||||||||||||||
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