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24.04.2008 

Es kommt ja immer wieder vor, dass Patientenorganisationen nach außen unabhängig auftreten, tatsächlich aber wesentlich von der Pharmaindustrie bezahlt werden.

Wir wollen eine lautere und sachliche Zusammenarbeit. Deshalb werden wir bis Mitte des Jahres einen entsprechenden Kodex erarbeitet haben. Einzelne Unternehmen, wie GlaxoSmithKline oder Roche sind bereits mit gutem Beispiel vorangegangen.

„Forschung ist die beste Medizin“, lautet der Slogan Ihres Verbands. Viel mehr Geld als für die Forschung gibt die Pharmabranche allerdings für Marketing, etwa bei Ärzten und Selbsthilfegruppen, aus. Finden Sie das richtig?

Die forschenden Pharmaunternehmen haben in Deutschland im Jahr 2006 4,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben, Tendenz steigend. Das sind fast zehn Prozent der Forschungsausgaben der gesamten deutschen Industrie. Und das in einer Branche, die nur etwa 100 000 Mitarbeiter hat. Das ist doch positiv.

Wie hoch waren jetzt noch gleich die Marketingausgaben?

Das kann ich Ihnen schon allein deshalb nicht sagen, weil es keine validen Zahlen gibt. Was zu den Marketingausgaben gerechnet wird, ist in den Unternehmen unterschiedlich. Grundsätzlich gilt aber, dass Arzneimittel hochgradig erklärungsbedürftige Produkte sind.

Die Marketingausgaben sind höher als die Ausgaben für Forschung.

Noch einmal: Arzneimittel sind erklärungsbedürftig und verursachen einen enorm hohen Betreuungsaufwand. Wir haben in Deutschland 130 000 bis 140 000 niedergelassene Ärzte, dazu kommen noch 146 000 Klinikärzte: Sie müssen wir aufklären, über den Stand des medizinischen Fortschritts auf dem Laufenden halten und zusätzlich noch sicherstellen, dass sie uns umgekehrt über Wechsel- und Nebenwirkungen von Medikamenten berichten. Denn Tatsache ist doch, dass die meisten Berichte über unvorhergesehene Nebenwirkungen von den Unternehmen selbst stammen. Dazu führen wir dann sogenannte Anwendungsbeobachtungen mit Ärzten durch.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Verbesserung von Transparenz und Qualität.

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