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16.11.2007 
Korruption

„Ampel-Regelung“ für Siemens-Manager

Siemens will aus dem Schmiergeldsumpf: Dafür ist der Konzern nach eigenen Angaben auch bereit, auf das ein oder andere Geschäft zu verzichten. Alle Siemens-Projektgeschäfte sollen fortan auf das Risiko von Korruption geprüft werden. Jetzt drangen erste Details nach außen, wie genau die neue „Ampel-Regelung“ aussieht.

HB MÜNCHEN. Im Zuge eines neuen Genehmigungsprozesses (“Limits of Authority Process“, LoA) müssen die verantwortlichen Manager jedes Anlagengeschäft in einer zentralen Datenbank unter Anti-Korruptionsaspekten erfassen, wie es laut Nachrichtenagentur Reuters in einem Schreiben von Finanzvorstand Joe Kaeser und Rechtsvorstand Peter Solmssen an die Siemens-Führungskräfte heißt. Die interne Revision werde darüber wachen, dass die Melderegeln eingehalten werden.

Die Verantwortlichen müssen künftig in ein Computersystem Daten wie Auftragsvolumen, Ort oder Auftraggeber eingeben. Das System vergibt dann eine „Korruptionsrisikoklasse“ in Form eines Ampel-Signals. Bei rotem Licht darf der Projektleiter das Geschäft nicht weiterverfolgen, bei Grün bestehen nur geringe Korruptionsgefahren. Bei Gelb werden von den Managern Vorschläge zur Reduzierung des Compliance-Risikos verlangt.

„Dieser aktualisierte LoA-Prozess ist von den Bereichen und Regionalen Einheiten ab sofort einheitlich und weltweit für das Projektgeschäft anzuwenden“, heißt es in dem Schreiben.

Siemens hatte zuletzt vor allem im Anlagenbau mit Korruptionsproblemen zu kämpfen. Insgesamt entdeckte der Konzern rund 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen. Die Folgen der Schmiergeldaffären kosteten Siemens im vergangenen Geschäftsjahr bis zu 1,4 Milliarden Euro.

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