0 Bewertungen
25.09.2007 
Spekulationen

Quandt-Familie dementiert Gerüchte über Daimler-Einstieg

BMW-Großaktionär Quandt hat Spekulationen über einen bevorstehenden Einstieg beim Konkurrenten Daimler eine klare Abfuhr erteilt. „Da ist absolut nichts dran“, sagte Jörg Appelhans, Sprecher der Familie Quandt, dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

DÜSSELDORF. Der BMW-Großaktionär habe keinerlei Interesse an einer Beteiligung an den Stuttgartern. „Das sind haltlose Spekulationen.“ Die einflussreiche Familie äußert sich damit erstmals zu Gerüchten, die in den vergangenen Tagen der Daimler-Aktie deutlichen Auftrieb gaben. An der Börse hatte es geheißen, die Quandt-Familie wolle drei Prozent an Daimler erwerben.

Die Fantasie der Investoren wird durch den derzeitigen Flirt der beiden bisherigen Erzrivalen über eine vertiefte Kooperation angeheizt. BMW-Chef Norbert Reithofer und Daimler-Chef Dieter Zetsche hatten beide zuletzt eine Motorenkooperation nicht mehr ausgeschlossen. Bisher arbeiten die Unternehmen nur in einzelnen technischen Bereichen wie dem Hybridantrieb zusammen. Auto-Analyst Arndt Ellinghorst hatte jüngst in einem Report über eine Überkreuzbeteiligung zwischen Daimler, BMW und der Familie Quandt nachgedacht und damit die Spekulationen ausgelöst. Daimler-Boss Zetsche hatte allerdings eine Überkreuzbeteiligung bereits abgelehnt, und auch Reithofer hatte einer strategischen Allianz mit Daimler eine Absage erteilt.

Gespeist werden die Gerüchte jedoch durch die Vergangenheit. Vor fast 50 Jahren stand Daimler vor einer Übernahme des Konkurrenten BMW. Daraus wurde aber nichts. Der Industrielle Herbert Quandt stieg als Retter ein. Die Herbert-Quandt-Witwe Johanna sowie die beiden Kinder Stefan und Susanne halten zusammen heute 46,6 Prozent an BMW. Seine Anteile an Daimler hatte Herbert Quandt 1974 an Kuwait verkauft.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterKöpfe

„Man muss dem Glück eine Landebahn geben.“  Artikel in Merkliste

Frank Asbeck ist der Chef von Solarworld. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er darüber, wie er mit einer Autovermietung für Journalisten in Bosnien Geld verdiente, seine seherischen Fähigkeiten als Unternehmer und über Strom für das göttliche Bodenpersonal. Artikel


Anzeige