Der Autobauer Daimler
steigt überraschend bei dem Großdieselmotorenhersteller Tognum
ein. Der Autokonzern will den 22,3-Anteil des Finanzinvestors EQT an seiner ehemaligen Tochter übernehmen. Das lässt sich Daimler
einiges kosten. Die Stuttgarter verfolgen mit dem Schritt ein konkretes Ziel.
Ein Mitarbeiter des Tognum-Tochterunternehmens MTU montiert in Friedrichshafen einen Motor. Daimler wird wieder Großaktionär bei seiner ehemaligen Tochter. Foto: dpa
HB STUTTGART. Das Unternehmen zahle 585 Mill. Euro für den Anteil, teilte Daimler
am Mittwoch in Stuttgart mit. Duch den Einstieg werde die langfristige Lieferbeziehung mit Tognum
abgesichert. Der schwäbische Konzern hatte sich Ende 2005 von dem Unternehmen mit Sitz am Bodensee getrennt.
Tognum
-Vorstandschef Volker Heuer begrüßte den neuen Großaktionär. Mit Daimler
"als strategischer Ankerinvestor" sei nun die durch den Börsengang erreichte Unabhängigkeit des Unternehmens im Interesse der Kunden und Aktionäre langfristig abgesichert. Die Stuttgarter brächten als Ankerinvestor Stabilität in das Unternehmen, betonte Heuer. Der Autokonzern sei die Wunschlösung, nachdem der Ausstieg von EQT klar gewesen war.
Daimler
habe sich zudem die Möglichkeit gesichert, zusätzlich knapp ein Prozent der Anteile an Tognum
zu erwerben, teilte der Autokonzern mit. "Es gibt eine klare Aussage von Daimler
: Sie streben die Sperrminorität an, wollen aber darüber hinaus keine weiteren Anteile kaufen", sagte der Chef des Motorenherstellers, Heuer. "Tognum wird als selbstständiges Unternehmen erhalten bleiben und auch an seiner Strategie festhalten."
Beide Unternehmen haben den Angaben zufolge ihre enge Zusammenarbeit auch nach dem Verkauf von Tognum
intensiv fortgesetzt. So lieferte das Mercedes-Benz Werk Mannheim 2007 mehr als 17 000 Diesel-Motoren und das Werk der Detroit Diesel Corporation in den USA mehr als 5 000 Diesel-Aggregate an Tognum
. Sie werden in Anwendungen wie landwirtschaftlichen Maschinen, Industrieanwendungen wie Kränen, Pumpen oder Pistenraupen, Marine-Anwendungen sowie in Anlagen zur Energieerzeugung verbaut.
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