0 Bewertungen
16.05.2008 
Automobilbranche

Rohstoffpreise belasten Daimler deutlich stärker

von Martin Buchenau

Daimler reagiert auf die dramatisch steigenden Kosten für Rohstoffe wie Stahl, Aluminium und Edelmetalle. Der Autokonzern versucht in diesem Jahr eine halbe Milliarde Euro Mehrkosten mit einem verstärkten Sparkurs aufzufangen. Auch Andere Hersteller leiden unter dem "Superzyklus".

Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber ist angesichts hoher Rohstoffpreise aufgefallen, dass der Autohersteller in der Produktion Material sparen kann. Foto: APLupe

Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber ist angesichts hoher Rohstoffpreise aufgefallen, dass der Autohersteller in der Produktion Material sparen kann. Foto: AP

STUTTGART. "Wir erwarten Mehrkosten für Rohstoffe von 500 Mill. Euro", sagte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber in Stuttgart. Damit schlagen die Rohstoffpreise noch einmal 200 Mill. Euro höher zu Buche, als ohnehin für dieses Jahr erwartet. Uebber will dennoch die Materialkosten insgesamt senken, um den Gewinn 2008 wie geplant zu steigern: "Wir werden an anderer Stelle reduzieren, etwa beim Materialeinsatz und durch Verwendung von mehr baugleichen Modulen in den verschiedenen Baureihen." Auch der Ersatz von Metall durch andere Werkstoffe werde vorangetrieben.

Andere Hersteller leiden ebenfalls unter den historisch hohen Rohstoffpreisen. Sie waren neben Währungskosten und Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle in den USA Hauptgrund für den Gewinneinbruch im ersten Quartal beim Konkurrenten BMW. "Wir spüren nach wie vor Gegenwind bei den Rohstoffpreisen", hatte BMW-Finanzchef Michael Ganal zuletzt bestätigt. Die Bayern mussten im vergangenen Jahr bereits 288 Mill. Euro Belastungen durch die hohen Metallpreise verkraften. Auch Zulieferer wie Weltmarktführer Bosch oder Continental sehen in diesem Jahr aus dem gleichen Grund erhöhten Druck auf ihre Unternehmensergebnisse.

Die gestiegene Nachfrage nach Metallen vor allem aus China hat zu einem "Superzyklus" geführt. Nach Berechnungen der Fachleute der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben sich die Rohstoffpreise in diesem Aufschwung verfünffacht. Bei früheren Aufschwüngen hatten sie sich lediglich verdoppelt. Mit über 60 Monaten dauert die Rohstoff-Hausse länger als je zuvor.

Zu einem Anziehen des Sparkurses ist Daimler als weltgrößter Nutzfahrzeughersteller auch bei seiner LKW-Tochter Freightliner in den USA gezwungen. Die längst erwartete Erholung des um 40 Prozent eingebrochenen Markts für schwere LKW prognostiziert Uebber nun für das dritte und vierte Quartal dieses Jahres, schlimmstenfalls erst für 2009. Wegen der Verzögerung baut Freightliner jetzt 1 500 Stellen in den USA ab. Freightliner werde aber in diesem Jahr entsprechend den Planungen schwarze Zahlen schreiben, betonte Uebber. mwb

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Renault senkt Absatzprognose

24.07.2008 , 15:25 Uhr
Anzeige

weiterKöpfe

IT-Stars fahren voll auf das Auto ab  Artikel in Merkliste

Nach Dell-Chef Michael Dell und Ex-SAP-Vorstand Shai Agassi engagiert sich nun auch Microsoft-Gründer Bill Gates in der Krisenbranche. Artikel


Anzeige