Die internationale Finanzkrise hat nun auch beim Autobauer BMW
Spuren hinterlassen. Wie das Unternehmen am Donnerstagabend in München ankündigte, muss die Risikovorsorge wegen fallender Gebrauchtwagenpreise und Kreditausfällen in den USA aufgestockt werden. Andere Hersteller halten sich noch bedeckt.
MÜNCHEN/STUTTGART/HAMBURG. Insgesamt rechnet BMW
in diesem Jahr dadurch mit Belastungen in Höhe von 236 Mill. Euro. Dennoch bekräftigten die Münchner ihren Ausblick für das Gesamtjahr.
"Nach jetzigem Kenntnisstand reicht diese Vorsorge aus", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Verbucht wird der Betrag im ersten Quartal. Ob wegen der Belastungen weitere Sparmaßnahmen bei BMW
notwendig werden, wollte der Sprecher zunächst nicht kommentieren. Er verwies auf eine Telefonkonferenz am nächsten Dienstag anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal.
Zur Begründung teilte BMW
weiter mit, im Zuge der Finanzmarktkrise seien vor allem in Nordamerika die Gebrauchtwagenpreise und damit die Erlöse für Fahrzeuge, die aus Leasingverträgen zurückkommen, gesunken. Dieser Abwärtstrend habe sich im März verstärkt. Der Autobauer muss nun für erhöhte Kreditausfälle und möglichen Wertminderungen bei Leasingfahrzeugen Geld zur Seite legen.
Dennoch will BMW
die für dieses Jahr angepeilten Ziele erreichen. Geplant ist eine weitere Steigerung des Gewinns vor Steuern. Im vergangenen Jahr hatte BMW
vor Steuern bereinigt 3,78 Mrd. Euro verdient. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge soll nach gut 1,5 Mill. im vergangenen Jahr wie bereits angekündigt auf einen neuen Rekordwert steigen. Bis 2012 ist die Marke von 1,8 Mill. verkauften Fahrzeugen angepeilt. Zu diesem Zeitpunkt soll die Umsatzrendite im Autogeschäft außerdem bei acht bis zehn Prozent liegen.
Der Autobauer Daimler will sich derzeit nicht zu den möglichen Auswirkung der Finanzmarktkrise auf die Risikovorsorge für das Leasing-Geschäft äußern. Ein Sprecher verwies am Donnerstag in Stuttgart auf die am Dienstag geplante Veröffentlichung des Geschäftsberichts für das erste Quartal dieses Jahres.
Volkswagen
rechnet im Gegensatz zu BMW
nicht damit, in den Strudel der Finanzkrise zu geraten. Eine VW-Sprecherin verwies am Donnerstag auf Aussagen dazu von Finanzchef Hans Dieter Pötsch. "Wir rechnen nicht damit, dass es zu unmittelbaren Beeinträchtigungen unserer Geschäftstätigkeit kommen wird, auch nicht im Konzernbereich Finanzdienstleistungen", hatte Pötsch zuvor auf der VW-Hauptversammlung in Hamburg gesagt.

