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06.03.2007 
Runder Tisch der Getränkewirtschaft

Die Mischung macht’s

von Ingo Reich und Lutz Beukert

Eine lukrative Marktnische suchen derzeit viele Unternehmen der deutschen Getränkeindustrie. Doch nur wenige finden sie tatsächlich und können sich dort auch noch dauerhaft behaupten.

Zahlreiche Bierbrauer suchen langfristig nach einem zweiten Standbein. Foto: apLupe

Zahlreiche Bierbrauer suchen langfristig nach einem zweiten Standbein. Foto: ap

HAMBURG. Branchenübergreifenden Beifall findet die Marke „Bionade“, die sich von einem im Reformhaus gehandelten Ökogetränk zum trendigen Szenedrink entwickelt hat. Mit den 73 Mill. Flaschen, die das familiengeführte Unternehmen aus dem kleinen Ort Ostheim in der Rhön im letzten Jahr abfüllte, ist sogar schon der Weg in den Massenmarkt vorgezeichnet. „Wir wachsen jetzt in eine Größenordnung hinein, in der man auch sehr viel falsch machen kann“, sagte Bionade-Mitinhaber Peter Kowalsky bei dem erneut hochkarätig besetzten traditionellen Round-Table-Gespräch, zu dem das Handelsblatt und die Hamburg Messe in die Hansestadt geladen hatten. Willkommener Anlass, über das Thema „Erfolgreich in der Nische – die deutsche Getränkebranche im Umbruch“ zu diskutieren, war die am Freitag in Hamburg beginnende Fachmesse Internorga.

Bionade muss sich beim derzeitigen Übergang vom Kult- zum Massengetränk zum einen mit der Kritik der traditionellen Kunden aus dem Bioladen auseinander setzen, denen die Vertriebspartnerschaft mit dem Getränke-Multi Coca-Cola aus politischen Gründen ein Dorn im Auge ist. Zum anderen stehen schon zahlreiche potente Mitbewerber parat, die mit ähnlich lautenden Produkten wie „Bionaris“ oder „Ökonade“ auf der Erfolgswelle mitschwimmen wollen. „Deutschland ist das Land der Imitationen“, sagt Kowalsky, der zunächst auf die Markenkraft der vor mehr als zehn Jahren von seinem Stiefvater Dieter Leipold zur Marktreife entwickelten Bionade vertraut. „Da entscheidet allein die Substanz der Marke“, beschreibt der Bionade-Vermarkter seine Abwehrstrategie.

Doch unter den Teilnehmern des Hamburger Round-Table-Gespräches fanden sich bereits zwei, die es Bionade gleichtun wollen. Oliver Nordmann, geschäftsführender Gesellschafter der Stralsunder Haus Nordmann Unternehmensgruppe setzt hierbei auf eine Kooperation mit der bayerischen Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu. Jetzt will er die Produktion der konzerneigenen Stralsunder Brauerei Schritt für Schritt auf biologische Bierproduktion umstellen.

Außerdem will Nordmann, der auch einer der größten Getränkefachgroßhändler Norddeutschlands ist, künftig mit der Firma Ecodrinks Bio-Getränke für den Gesundheitsbereich entwickeln. „Bio ist absolut gefragt“, sagt Nordmann, der Mitinhaber der Gruppe ist. „Wir werden deshalb ab diesem Jahr, angefangen beim biologischen Braugersten-Anbau, das Bio-Segment sukzessive ausweiten.“ Wobei man gesundheitsfördernde Getränke, aber keine Limonade wie Bionade produzieren wolle.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die einst verpönten Mixgetränke sind mittlerweile zum wichtigen Absatzträger geworden.

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