Porsche hat seine Stellung als profitabelster Autobauer der Welt untermauert. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hat seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 fast verdreifacht. Der neue Fabelrekord ist dabei insbesondere der Beteiligung an Volkswagen zu verdanken. Vom operativen Ergebnis der Stuttgarter waren Börsianer dagegen weniger begeistert.
Ein Porsche 911 spiegelt sich in der Tür eines VW Polo. Die Stuttgarter profitieren weiterhin vom Einstieg bei Volkswagen. Foto: ap
HB STUTTGART. Die Beteiligung an Volkswagen
hat Porsche
im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Gewinn von 4,24 Mrd. Euro verholfen. Dank der Finanzbeteiligung von inzwischen knapp einem Drittel der Volkswagen-Aktien
bügelte der Stuttgarter Konzern hohe Kosten für die Entwicklung seiner vierten Baureihe und eines Hybrid-Motors mühelos aus.
Porsche
teilte am Montag nach einer Aufsichtsratssitzung mit, der Vorsteuergewinn habe sich 2006/07 (zum 31. Juli) auf 5,86 (2005/06: 2,11) Mrd. Euro nahezu verdreifacht. Bei einem Umsatz von 7,4 Mrd. Euro baute Porsche
damit seine Stellung als profitabelster Autohersteller der Welt aus.
Allein Aktienoptionsgeschäfte mit VW-Aktien
warfen 3,6 Mrd. Euro ab. Zudem seien die VW-Aktien,
deren Kurs sich kräftig erhöht hat, um 521 Mill. Euro höher bewertet worden. Vom Gewinn von VW
selbst kann sich Großaktionär Porsche
702,4 Mill. Euro zurechnen lassen. Berücksichtigt in der Bilanz ist ein VW-Anteil
von 22,5 Prozent, mittlerweile hält Porsche
aber schon 31 Prozent.
Der festgestellte Jahresabschluss sei eine Voraussetzung für die Eintragung der Porsche Automobil Holding SE in das Stuttgarter Handelsregister. Dieser soll am morgigen Dienstag erfolgen. Die neue Porsche-Holding
soll in Zukunft zwei Töchter führen: Porsche
und die Beteiligung von VW.
Zwischen dem VW-Betriebsrat
und dem Porsche
Betriebsrat gibt es seit Wochen Streit über die künftige Mitbestimmung in der Holding. Vorgesehen ist, dass die Belegschaften von VW
und Porsche
jeweils gleich viele Aufsichtsräte und gleich viele Betriebsratsmitglieder für die neue Holding stellen, obwohl die Wolfsburger um ein vielfaches größer sind.
Das Management enttäuschte aber Hoffnungen der Investoren auf eine schnelle Mehrheitsübernahme bei VW.
Die Aufstockung des 31-prozentigen Anteils an VW
"stand nicht auf der Tagesordnung des Aufsichtsrats“, sagte ein Sprecher. Aus Unternehmenskreisen verlautete, "die Wahrscheinlichkeit, dass über die Aufstockung bei VW
noch dieses Jahr entschieden wird, geht gegen Null“.
Die Vorzugsaktionäre sollen als Dividende 22 Euro erhalten, davon sind 15 Euro eine Sonderdividende. Im Vorjahr waren neun Euro gezahlt worden. Die Stammaktionäre der Gründerfamilien Piech und Porsche
erhalten wie üblich sechs Cent weniger als die nicht stimmberechtigten Vorzugsaktionäre.
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