VW
-Betriebsratschef
Bernd Osterloh hat den Großaktionär Porsche
massiv angegriffen. In einem Interview warf er Porsche
-Chef
Wendelin Wiedeking vor, sich nicht an Absprachen zu halten, und drohte für den Fall von Entscheidungen gegen die VW
-Belegschaft
mit "massivem Widerstand".
HB MÜNCHEN. "Porsche braucht uns. Wir brauchen Porsche
nicht unbedingt", wird Osterloh im Nachrichtenmagazin "Focus" zitiert. Den Chef des Stuttgarter Großaktionärs ging er mit den Worten an: "Mir fehlt zurzeit jegliches Vertrauen zu Porsche,
insbesondere zum Vorstandsvorsitzenden." Wiedeking habe ja den Ruf, Geschäfte per Handschlag zu tätigen und dabei sehr verlässlich zu sein. Er habe aber ganz andere Erfahrungen gemacht, fügte der Betriebsratsvorsitzende hinzu: "Da galten Absprachen auf einmal über Nacht nicht mehr."
Weiter warf er Wiedeking vor, den Konsens mit der VW
-Belegschaft
nicht zu suchen. "Er bevorzugt anscheinend aus Prinzip die Konfrontation. Ich bin aber keiner, der aus Angst vor dem Porsche
-Vorstandsvorsitzenden
die Hacken zusammenschlägt", sagte Osterloh laut Vorabmeldung.
Nach Informationen des Magazins sind inzwischen die monatelangen Verhandlungen zwischen dem Porsche
-Konzern
und dem VW
-Betriebsrat
um die Mitbestimmung geplatzt. Demnach entschied der Stuttgarter Autobauer Ende vergangener Woche, die Gespräche umgehend abzubrechen. Damit sei eine mögliche außergerichtliche Einigung vom Tisch.
Hintergrund ist die Verschiebung des Prozesses vor dem Arbeitsgericht Stuttgart auf den 29. April. Ursprünglich hätten die Richter bereits am kommenden Mittwoch über die Klage des VW
-Betriebsrates
gegen die Mitbestimmungsregelung bei der Porsche
-Holding
entscheiden wollen.
In dem Interview warnte Osterloh den Großaktionär: "In Richtung Porsche
kann ich nur sagen: Wenn dort Entscheidungen gegen die VW
-Belegschaft
getroffen werden, gibt es massiven Widerstand." Die IG Metall habe in den VW
-
und Audi
-Werken
einen Organisationsgrad von 90 Prozent.
Porsche

