Der VW-Großaktionär Porsche baut seine Machtposition im Wolfsburger Autokonzern aus. Der Sportwagenbauer schickt den 48-jährigen Manager Peter Schwarzenbauer als Vertriebschef zur VW-Tochter Audi. Der US-Experte soll die Ingolstädter in den Vereinigten Staaten voranbringen – und eine drastische Steigerung der Verkaufszahlen ermöglichen.
MÜNCHEN/FRANKFURT. Nach Informationen aus Konzernkreisen wird der Audi
-Aufsichtsrat am Freitag den Porsche
-Manager Peter Schwarzenbauer als Nachfolger von Ralph Weyler zum neuen Vertriebsvorstand der VW
-Tochter Audi
berufen. Erstmals seit dem Einstieg von Porsche
bei VW
wechselt damit ein Manager des Sportwagenbauers zu dem Wolfsburger Konzern. Porsche
-Chef Wendelin Wiedeking nimmt damit zum ersten Mal sichtbar Einfluss auf die Personalpolitik des VW
-Konzerns. Sprecher von Porsche
und Audi
bestätigten den Personalwechsel gestern offiziell nicht. In Branchenkreisen hieß es, dass noch weitere Wiedeking-Vertraute auf wichtige Positionen im VW
-Konzern rücken dürften.
Porsche
Mit der Berufung des 48-jährigen Bayern Schwarzenbauer stärkt Wiedeking nun sein Netzwerk im VW
-Konzern. Schwarzenbauer leitete bisher das Nordamerika-Geschäft von Porsche.
Als neuer Audi
-Vertriebsvorstand löst er Weyler ab, dessen Vertrag im September diesen Jahres ausläuft. Weyler wurde intern die zähe Entwicklung des US-Geschäfts von Audi
angelastet.
Die Berufung des US-Experten Schwarzenbauer ist ein weiteres Signal dafür, dass Audi
das Engagement in den USA ausbauen will. VW
-Chef Martin Winterkorn hat der Tochter bereits ehrgeizige Ziele ins Pflichtenheft geschrieben. So sieht Winterkorns Strategieplan für Audi
in den USA eine drastische Steigerung der Verkaufszahlen von 93 506 im vergangenen Jahr auf 200 000 Autos bis zum Jahr 2018 vor. Noch schneiden die Ingolstädter in den Vereinigten Staaten deutlich schlechter ab als BMW
und Mercedes
-Benz. Die beiden deutschen Konkurrenten setzten jeweils deutlich mehr als 250 000 Autos ab.
Audi
Audi

